Podium
Gemei «Sie zielen auf Personen»

Die Gemeinderäte René Wehrli (Ammann), Dorette Hunziker (Vizeammann), Astrid Bühler Ruedin, Ursula Leibundgut und Martin Burger stellen sich zur Wiederwahl. Beat Bachmann und Daniele Lupini treten als Herausforder an.

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Freienwil

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Aargauer Zeitung

Dieter Minder

Erstmals seit Jahren hatte der Einwohnerverein zu einem Politpodium eingeladen. Im Vereinszimmer fanden sich gegen 30 Personen ein, darunter Beat Bachmann und Daniele Lupini. Bachmann kandidiert als Ammann und Lupini als Vizeammann. Das Gespräch wurde von Hansruedi Stirnemann geleitet. Die amtierenden Gemeinderatsmitglieder verzichteten auf eine Teilnahme (AZ 27. 8. / 8. 9. 2009).

«Sie sagen nicht viel»

«Sie zielen direkt auf zwei Personen, Sie wollen den Ammann und den Vizeammann verdrängen, was wollen Sie besser machen?», fragte Podiumsleiter Hansruedi Stirnemann die Kandidaten Beat Bachmann und Daniele Lupini. Er sehe das nicht als verdrängen oder angreifen, sondern als demokratischen Prozess, gab Bachmann zur Antwort. Er will Gemeindeammann werden. Darauf stellte Stirnemann fest: «Sie reden schon wie Politiker und sagen nicht viel.» Lupini empfahl sich mit den Worten: «Ich bin fachtechnisch für das Ressort Bau gerüstet.» Dieses wird von Vizeammann Hunziker betreut. Auch aus der Versammlung wurde Lupini mit dem Vorwurf konfrontiert, dass er direkt auf Hunziker spiele.

Beide votierten mehrfach für Kommunikation und Gemeinsamkeit. «Welche Ansätze dafür haben Sie?» lautete eine Frage aus der Versammlung. Lupini sieht persönliche Kontakte, Sprechstunden, Workshops und neue Medien. Bachmann will ebenfalls persönliche Kontakte: «Man darf mich ansprechen.»

Nur punktuell dagegen

Ein Teil der Diskussion kreiste um die Zonenplanung. An der Gemeindeversammlung und in der Referendumsabstimmung war sie angenommen worden. Das unterlegene Referendumskomitee, dem Bachmann und Lupini angehört hatten, gelangte daraufhin an den Kanton. Dieser annullierte die Abstimmung, weil der Gemeinderat mit den Abstimmungsunterlagen ein Flugblatt zugunsten der Zonenordnung versandt hatte. In der 2. Abstimmung wurde der Zonenplan abgelehnt. Bachmann und Lupini betonten mehrfach, sie hätten das Dorf gerne und es müsse sich entwickeln. Ein Versammlungsteilnehmer ortete hier Widerspruch. «Ich bin nicht gegen einen neuen Zonenplan, sondern gegen diesen Zonenplan», sagte Bachmann. Lupini sagte: «Ich war nur in bestimmten Elementen gegen den Zonenplan.»

Zeit zum Engagement

Er habe oft das Schlagwort «gemeinsam» gehört, sagte ein Versammlungsteilnehmer und fragte Lupini: «Sie wohnen seit 20 Jahren im Dorf und ich habe erst vor der Abstimmung zum Zonenplan von Ihnen gehört, ist das gelebte Gemeinsamkeit?» Lupini bestätigte dies und gab zu bedenken: «Jetzt macht es für mich Sinn, mich zu engagieren.»

Grossen Nachholbedarf im Dorf sehen beide nicht. «Uns wird viel geboten, wir können die Infrastruktur der Stadt Baden benutzen», sagte Bachmann. Als Stirnemann wissen wollte, ob es korrekt sei, gratis davon zu profitieren, sagte Bachmann: «Das ist eine philosophische Frage.» Mit den Worten «Wir beenden den Abend, bevor ich sarkastisch werde» schloss Stirnemann die Diskussion.

Im November lädt der Einwohnerverein zum Konzert. «Wir öffnen für einen Abend das geschlossene Restaurant Weisser Wind», sagte Vereinspräsident Hanspeter Geissmann.

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