Mauro Poggia

Genfer Gesundheitsdirektor in der Kritik: Er gibt sich als Hardliner, hält aber die Distanzregeln selbst nicht ein

Politiker werfen Mauro Poggia im Kampf gegen Corona mangelnde Kohärenz vor. Er nahm an einem Parteifest mit 200 Leuten teil und nahm es mit den Distanzregeln nicht so genau.

Er gehört zu den lautesten Verfechtern einer Maskenpflicht für den öffentlichen Verkehr: Der Genfer Staatsrat Mauro Poggia beantragt heute Mittwoch seinen Regierungskollegen ein Obligatorium einzuführen.

In der Zeitung «Tribune de Genève» beklagte sich der Gesundheitsdirektor kürzlich zudem darüber, dass er Personen nicht bestrafen kann, die gegen Hygiene- und Distanzregeln verstossen. Und nach einer Velodemonstration wollte Poggia Bilder von Überwachungskameras auswerten, um Teilnehmer ausfindig zu machen und zu büssen. Mit anderen Worten: Poggia gehört im Kampf gegen Corona u den Hardlinern unter den Politikern.

Und nun das: Politiker werfen Poggia mangelnde Kohärenz vor. Auf Facebook ist ein Bild aufgetaucht, das zeigt, wie sich Poggia um Distanzregeln foutiert. Aufgenommen wurde es an einem Grillfest seiner Partei, dem Mouvement citoyens genevois (MCG), mit ungefähr 200 Personen. Gegenüber der Zeitung «Tribune de Genève» kommentierte der Grüne Politiker Boris Calme spitz: «Tut, was ich sage. Und nicht, was ich mache.»

Poggia selbst verteidigt sich. Es sei legitim, sein Verhalten zu hinterfragen. Er stellt aber klar, wenn er die Distanzregeln nicht einhalten könne, stelle er sich niemals vor eine Person, mit der er rede oder die mit ihm rede. Zudem desinfiziere er immer seine Hände und die Teilnehmer der Veranstaltung seien namentlich bekannt gewesen.

Sein Partei-Präsident wiederum sagt, die Kritik komme von Leuten, die durch das zu lange Tragen einer Maske offensichtlich unter Sauerstoffmangel leiden.

Apropos Masken: Für politische Veranstaltungen gibt es seit dem 20. Juni keine Restriktionen mehr was die Personenzahl anbelangt. Aber eine Maskenpflicht!

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