Bundesratswahlen

GLP riet Regula Rytz von Bundesratskandidatur ab – doch die Grünen wollten nicht hören

Regula Rytz am Donnerstag bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den Bundesrat. Von den vier aktuellen Bundesratsparteien haben sich SVP, FDP und CVP bereits mehrheitlich gegen Rytz ausgesprochen.

Regula Rytz am Donnerstag bei der Bekanntgabe ihrer Kandidatur für den Bundesrat. Von den vier aktuellen Bundesratsparteien haben sich SVP, FDP und CVP bereits mehrheitlich gegen Rytz ausgesprochen.

Regula Rytz will die erste Bundesrätin der Grünen werden. Ihre Chancen für die Wahl vom Mittwoch sind bescheiden. Jetzt kommt aus: Die Grünliberalen rieten ihr vom Vorhaben ab.

Am Mittwoch wählt die Vereinigte Bundesversammlung den Bundesrat. Die Chancen der grünen Kandidatin Regula Rytz sind bescheiden: Die Mitte-Fraktion lädt Rytz gar nicht erst zu einem Hearing ein. Und auch die GLP hat sich noch nicht festgelegt, wen sie am Mittwoch wählen wird. Wie Parteichef Jürg Grossen nun gegenüber SonntagsBlick erklärt, habe er Rytz früh darauf hingewiesen, dass die GLP ihrer Kandidatur kritisch gegenübersteht: «Vor dem zweiten Wahlgang der Berner Ständeratswahlen gab es ein kurzes Treffen mit Regula Rytz. Dabei machte die GLP deutlich, dass wir eine moderate Kandidatur eher unterstützen könnten als eine dezidiert linke.»

Ein klarer Fingerzeig, politisiert Rytz doch am linken Rand. «Ausserdem verlangten wir eine Auswahl an Kandidaten. Das haben andere Parteien in der Vergangenheit schliesslich auch gemacht.»

Das war vor dem 17. November. Dann herrschte Funkstille. Rytz verlor die Ständeratswahl und entschloss sich, für den Bundesrat zu kandidieren. «Dass Regula Rytz ihren Entscheid gefällt hatte und antreten würde, erfuhr ich rund zehn Minuten vor ihrer Pressekonferenz», so Grossen knapp.

Er wehrt sich auch dagegen, «dass die Grünen einfach unseren Wähleranteil für sich beanspruchen, um ihren Bundesratssitz zu legitimieren». Die beiden Parteien hätten Überschneidungen, aber auch Differenzen.

Grossens Fazit: «Wenn man eine mehrheitsfähige Kandidatur aufgleisen möchte, müsste man anders vorgehen.»

Die Grünen wiederum sind bis zur letzten Minute auf Stimmenfang. «Wir haben eine Liste, auf der sich die Fraktionsmitglieder für Gespräche mit Mitgliedern anderer Parteien eintragen können. Wir versuchen so, möglichst viele Kollegen und Kolleginnen anderer Fraktionen anzusprechen», sagt Fraktionspräsident Balthasar Glättli.

Nicht alle spüren den Effort. «Ab und zu höre ich einen Spruch von einem ihrer Nationalräte, das ist es aber auch», sagt BDP-Präsident Martin Landolt. «Was mich dann schon etwas überrascht, schliesslich setzt eine Bundesratswahl doch das eine oder andere Gespräch voraus.»

Meistgesehen

Artboard 1