Thorberg-Affäre
GPK nimmt Käser und Gesamtregierung unter die Lupe

Die Affäre um Missstände in der Berner Strafanstalt Thorberg ist noch nicht ausgestanden: Die Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Grossen Rates will das Verhalten von Polizeidirektor Hans-Jürg Käser näher untersuchen.

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Für Polizeidirektor Käser ist die Sache noch nicht ganz ausgestanden. (Archiv)

Für Polizeidirektor Käser ist die Sache noch nicht ganz ausgestanden. (Archiv)

Keystone

Auch die Rolle der Gesamtregierung werde von einem Ausschuss unter die Lupe genommen, teilte die GPK am Freitag mit. Sie gibt sich also nicht zufrieden mit dem Bericht des externen Experten Benjamin Brägger von Ende Juni.

Dieser hatte die Amtsführung von Ex-Direktor Georges Caccivio wegen der Nähe zu Häftlingen und Kontakten zu Drogenprostituierten scharf kritisiert. Dem zuständigen Amtsdirektoren Martin Kraemer warf er vor, Caccivio an der langen Leine geführt zu haben. Nicht näher untersucht wurde die Rolle von Bräggers Auftraggeber, Polizeidirektor Käser.

Das stört die Geschäftsprüfungskommission, wie deren Präsident Peter Siegenthaler auf Anfrage bekräftigte. Sie wolle eingehend untersuchen, was alles geschehen sei vom Spätsommer 2013 bis Anfang 2014. Im Spätsommer 2013 erhielt Käser Wind von den Missständen, Anfang Jahr flog die Affäre auf.

Zum einen wolle man wissen, ob Käser wirklich stets "zeitgerecht und richtig" gehandelt habe, wie das Experte Brägger mündlich an der Medienkonferenz gesagt hatte. Zum anderen möchte die GPK in Erfahrung bringen, ob die Thorberg-Affäre eigentlich auch Thema an Regierungssitzungen war.

Der Bericht soll bis spätestens Herbst 2015 vorliegen, wie Siegenthaler sagte. Von Polizeidirektor Käser lag zunächst keine Stellungnahme vor.

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