Swissair-Flug 111
Halifax-Absturz: War eine Bombe an Bord der Swissair-Maschine?

Zum 13. Jahrestag der Katastrophe von Halifax macht eine abenteuerliche These die Runde – um einen Diamanten-Diebstahl zu vertuschen, sei Swissair-Flug 111 in die Luft gesprengt worden.

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Küste bei Halifax Die Stelle, wo 1998 eine Swissair-Maschine ins Meer stürzte

Küste bei Halifax Die Stelle, wo 1998 eine Swissair-Maschine ins Meer stürzte

Keystone

SF-Journalist Fritz Muri recherchiert an einem Dok-Film zu diesem Thema. Er ist laut der Zeitung «Der Sonntag» mit kanadischen Ex-Ermittlern in Kontakt, die behaupten: Ein Brandsatz hat Swissair-Flug Nummer 111 zum Absturz gebracht.

Hintergrund soll ein angeblicher Diamanten-Diebstahl sein. An Bord der MD-11 waren zwei Kilogramm Diamanten, 49,8 Kilogramm Banknoten sowie ein Gemälde von Picasso im Wert von 1,5 Millionen US-Dollar – nichts davon konnte jedoch geborgen werden, weil die Angehörigen gegen eine Suchaktion protestierten.

Magnesiumspuren im Cockpit

Muri hat die ehemalige Swissair-Kommunikationschefin Beatrice Tschanz ins Vertrauen gezogen. Im «SommerTalk» auf Tele Züri erklärte sie letzte Woche, von der These eines Brandsatzes Kenntnis zu haben: «Ich bin sehr erschüttert, dass wir vielleicht nicht die Wahrheit wissen.»

Die ehemaligen Angehörigen der kanadischen Flugunfall-Untersuchungsbehörde TSB berichten von Magnesiumspuren im Cockpit, die von einem Brandsatz stammen könnten. Eine reine These. Laut dem offiziellen Untersuchungsbericht war ein Kurzschluss die Ursache für den Absturz. Ein anschliessender Brand zerstörte wichtige Cockpit-Instrumente, sodass die Piloten vermutlich die Orientierung verloren.

Angehörige der Opfer sind aufgewühlt

Die Angehörigen der 229 Opfer sind aufgewühlt. «Als wir von den neuen Entwicklungen gehört haben, wussten wir erst gar nicht, was antworten», sagt Manfred Furter. Seine Frau arbeitete als Flight Attendant auf Flug 111. Im Moment seien es nur Vermutungen, «aber wenn es tatsächlich so wäre, dann wäre es ein Attentat gewesen», so Furter.

Seine Lebenspartnerin Manon Wolff verlor beim Absturz ihren damaligen Lebenspartner. Er war als Maître de Cabine an Bord. «Ich finde es richtig, dass man in dieser Situation den Fall neu aufrollt», sagt Wolff. «Als Angehörige wollen wir wissen, was wirklich passiert ist.» Es sei für sie nicht einfach, wieder mit den Geschehnissen konfrontiert zu werden: «Jetzt kommt alles noch einmal hoch.»

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