Schweiz

Hamsterkäufe in Deutschland und weniger Pendler im Zug – wegen Corona?

Während des Lockdowns waren die Züge leer.

Während des Lockdowns waren die Züge leer.

Weniger Pendler im Zug, Hamsterkäufe ennet der Grenze, hohe Backwarennachfrage: Der Corona-Anstieg hat in der Schweiz Folgen.

Der Appell von Bundespräsidentin Simonetta Sommaruga (SP) war deutlich. «Es braucht noch einmal einen Ruck», sagte sie am Mittwoch. Noch deutlicher sprechen die Zahlen. 3105 neue Corona-Ansteckungen registrierte der Bund am Freitag. Das sind noch einmal mehr als die 2613 Fälle, die am Donnerstag kurz vor dem Appell der Bundespräsidentin gemeldet worden waren.

Weniger Pendler an der Zürcher Hardbrücke

Beobachtungen aus dem Pendlerverkehr zeigen: Die Menschen reagieren zum Teil schnell auf die neue Situation. Die Züge sind schon wieder etwas leerer. Auch die Statistik deutet in diese Richtung. Der Bahnhof Hardbrücke in Zürich ist ein wichtiger Umsteigebahnhof für Pendler, die zum Beispiel aus dem Aargau nach Zürich zum Arbeiten kommen. Hier wurden am Donnerstag rund 33'000 Personen gezählt. Das entspricht im Vergleich zur Vorwoche einem Rückgang um 13 Prozent. Und dies, obwohl im Aargau letzte Woche Schulferien waren, diese Woche die Menschen aber wieder zum Teil nach Zürich zur Arbeit mussten. Allerdings sind die Zahlen mit Vorsicht zu geniessen, da auch Faktoren wie das Wetter eine wichtige Rolle spielen.

Das Auto als in Sachen Ansteckungsgefahr sicherere Alternative zum Zug wird etwas stärker genutzt. So lag die Auslastung der Strassen in Zürich am Freitag um 7 Uhr leicht über der Vorwoche, wie ein Blick auf den Tomtom Traffic Index zeigt. In Basel war sie um die gleiche Zeit sogar doppelt so gross wie in der Vorwoche. Dort gingen allerdings die Schulferien zu Ende, was auch eine Rolle spielte. Kurz vor dem Lockdown im März bildeten sich in den Einkaufsläden lange Schlangen, weil sich viele noch mit WC-Papier und Lebensmitteln eindeckten. Solche Szenen blieben bisher aus, wie Migros und Coop bestätigen. Allerdings verzeichnet Coop eine gesteigerte Nachfrage nach «fremdländischen Produkten», Gewürzen, Hülsenfrüchten und Backzutaten.

Einkaufstouristen im Stress wegen Risikoliste

Einen Ansturm gab es bei deutschen Supermärkten ennet der Grenze. «Man muss anstehen für die Wägeli», sagt eine Schweizerin, die am Freitagmorgen in Lottstetten einkaufen war, gegenüber «20 Minuten». Ab Samstag droht Einreisenden aus den meisten Kantonen Quarantäne.

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