Schangnau

Hochwasser im Emmental: Die verwüstete Landschaft aus der Vogelperspektive

Die über das Ufer getretene Emme verursachte grosse Schäden in der Region Schangnau.jpg

Die über das Ufer getretene Emme verursachte grosse Schäden in der Region Schangnau.jpg

Das heftige Unwetter hat in Schangnau und in der Umgebung eindrückliche Spuren hinterlassen. Nun geht es an das grosse Aufräumen. Sehen sie das ganze Ausmass der Zerstörung im Drohnen-Video.

Die sonst grünen Hänge sind voll von Geröll und mitgerissenen Bäumen, die Strassen voller Schlamm und teilweise unter Wasser. Für die betroffene Bevölkerung ist es ein Schock, denn erst vor zwei Jahren suchte ein schlimmes Unwetter die Gegend heim. 

Doch diesmal sei es schlimmer, sagt etwa der Gemeindepräsident von Schangnau, Ueli Gfeller. Die Schäden an der Landschaft sind riesig. Zudem wurden in dieser ländlichen Gegend vor allem Bauernhöfe überflutet. 

(Quelle: Youtube / Watson)

Hochwasser aus der Vogelperspektive

In den betroffenen Höfen und Liegenschaften sind die Bewohner – ausgerüstet mit wetterfester Kleidung, Gummistiefeln und Besen – nun dabei, aufzuräumen und zu putzen. Nicht nur die Keller sind voller Wasser und müssen leergepumpt werden, zum Teil muss man auch in Wohnbereichen, etwa in der Küche, gegen den Schlamm vorgehen.

«Unter den Bewohnern herrscht grosse Solidarität»

Die Behörden haben den betroffenen Familien angeboten, sie zu evakuieren und vorübergehend anderswo unterzubringen. Die Einheimischen seien aber froh, dass sie in ihren Häusern bleiben können, sagt Gfeller. Es reiche im Moment, wenn es im Schlafzimmer keinen Dreck habe, soll etwa ein Betroffener gesagt haben.

Es kam zu Stromausfällen

«Unter den Bewohnern herrscht grosse Solidarität», sagt Gemeindepräsident Gfeller. Das Unwetter habe sie alle schwer getroffen, aber der Zusammenhalt unter der einheimischen Bevölkerung sei eindrücklich. Im Dorflädeli zum Beispiel ist das Hochwasser am Donnerstagabend erwartungsgemäss das Hauptthema. «Und wie sieht es bei euch aus?» – das ist die Frage, die sich die Einheimischen als erstes gegenseitig stellen.

Es sei eine Katastrophe, sagt etwa eine Frau, deren Haus und Geschäft vom Hochwasser stark in Mitleidenschaft gezogen wurde. «Immerhin haben wir wieder Strom», sagt ein anderer Einheimischer. Tatsächlich fiel an manchen Orten der Strom zwischenzeitlich aus. Zur Sicherheit sollten noch zwei grosse Notstromaggregate in die Gegend gebracht werden.

Schäden in Millionenhöhe

Die immense Kraft der Naturgewalt zeigt sich an verschiedenen Stellen entlang der Emme. Als das Wasser des Flusses über die Ufer stieg, drückte es regelrecht das Gras der Wiesen platt, was von blossem Auge erkennbar ist. Die Wassermassen, die über die Hänge der Weiler geprasselt sind, haben Geröll und Holz zurückgelassen und mehrere Strassen verschüttet. Bagger sind nun dabei, Steine, Felsstücke und Baumteile wegzuräumen.

Die Rede ist von Schäden in Millionenhöhe. «Dies alles zeigt, dass die Menschheit der Natur unterlegen ist», sagt Gemeindepräsident Gfeller nachdenklich. Er sei aber erleichtert, dass keine Personen verletzt wurden. Für die Behörden stehen derzeit noch die Sofortmassnahmen an erster Stelle. Es geht unter anderem darum, sicherzustellen, dass alle betroffenen Einwohner Zugang zu ihren Liegenschaften haben.

Danach steht die langfristige Planung an, um die Schäden zu beheben, wie Markus Grossenbacher, Regierungsstatthalter Emmental, erklärt. Und dies werde sich über Monate hinziehen. Doch für die Behörden steht jetzt die Aktualität im Vordergrund. Die Lage muss gut beobachtet werden, denn auch am Donnerstagabend regnete und gewitterte es zeitweise in Schangnau.

Das Ausräumen der Bachläufe habe jetzt Priorität, sagte so Grossenbacher. Denn so wolle man verhindern, dass die Bäche wieder über die Ufer treten, falls es wieder stark regnen sollte. Zudem würden weiterhin Keller ausgepumpt und weitere Verkehrswege geöffnet.

Für die beiden Holzbrücken in Schangnau beziehungsweise Eggiwil, die von den Fluten weggespült wurden, gebe es inzwischen eine Lösung, sagte Grossenbacher weiter. Die Armee werde zwei Notbrücken bauen und hierzu die Arbeitskräfte und die Geräte stellen. Die Gemeinde besorgt das Material und einen Ingenieur. (whr/sda) 

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