Skandale
Immer wieder der Bundesanwalt: Diese Skandale produzierten Laubers Vorgänger

Das Amt des Bundesanwalts ist nicht erst seit Michael Lauber skandalträchtig. Carla Del Ponte, Valentin Roschacher und Erwin Beyeler sorgten ebenfalls für grosse Schlagzeilen und traten unter Getöse zurück. Ein Rückblick.

Patrik Müller
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Bundesanwälte

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TI-PRESS/Pixsil.com/Emanuel Freudiger/Montage:kob
Carla del Ponte.

Carla del Ponte.

Samuel Golay / TI-PRESS

Carla Del Ponte, 1994–1998

Die Tessinerin inszenierte sich gern als Mafiajägerin, die sich nur mit Personenschutz in der Öffentlichkeit bewegen konnte. Ihr Leistungsausweis als Bundesanwältin aber war bescheiden. Das Verfahren gegen Oberst Friedrich Nyffenegger wegen finanzieller Unregelmässigkeiten bei den «Diamant»-Feierlichkeiten 1989 etwa führte nur zu einer bedingten Gefängnisstrafe. Da war Del Ponte bereits zur Chefanklägerin am Strafgerichtshof für die Kriegsverbrechen in Ex-Jugoslawien befördert worden.

Valentin Roschacher.

Valentin Roschacher.

Beatrice Devnes/Pixsil.com / DIV

Valentin Roschacher, 2000–2006

Der Zürcher baute die Bundesanwaltschaft stark aus. Seine beiden spektakulärsten Fälle aber waren Flops: Das Verfahren gegen die Hells Angels wurde eingestellt. Und der Privatbanker Oskar Holenweger wurde am Ende freigesprochen: Roschacher hatte ihn wegen Geldwäscherei zugunsten kolumbianischer Drogenkartelle angeklagt.Es stellte sich heraus, dass Roschacher den verurteilten Drogenboss José Manuel Ramos als Informanten auf Holenweger angesetzt hatte. 2006 trat er als Bundesanwalt zurück.

Erwin Beyeler

Erwin Beyeler

Emanuel Freudiger / THE

Erwin Beyeler, 2007–2011

Der Schaffhauser ist der Vorgänger des amtierenden Bundesanwalts Lauber. Ihn ereilte 2011 das Schicksal, das manche Kritiker auch Lauber vorhersagen: Die Nicht-Wiederwahl durch das Parlament. Beyeler agierte bei der Aufarbeitung der Affäre Holenweger/Ramos unglücklich. Dadurch geriet er, wie sein Vorgänger Roschacher, vor allem ins Kreuzfeuer der SVP. Der Missmut des Parlaments richtete sich allerdings weniger gegen Beyeler als Person, sondern war primär Ausdruck des Unmuts über die Pleiten bei der Bundesanwaltschaft.

Lesen Sie ausserdem den Kommentar zum Rücktritt von Michael Lauber:

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