Alleine in der letzten Juni-Woche erkrankten 27 Personen, wie dem am Montag veröffentlichten Bulletin des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) zu entnehmen ist. Total wurden im ersten Halbjahr 68 Fälle registriert. Das ist bereits mehr als im gesamten letzten Jahr (63 Fälle), wie das BAG auf seiner Website schreibt.

Betroffen vom Masernausbruch in der Zentralschweiz sind insbesondere der Westen des Kantons Schwyz (15 Fälle) sowie der Norden des Kantons Uri (12 Fälle). Zwei weitere Fälle wurden aus dem Kanton Zug gemeldet.

Übertragung in Schulen und Familien

Erkrankt sind in erster Linie nicht geimpfte Kinder und Jugendliche. Von den 20 erkrankten Personen, bei denen der Impfstatus bekannt ist, waren laut BAG 90 Prozent ungeimpft. Die Übertragung habe in Schulen und Familien stattgefunden.

Im Tessin brachen die Masern in der Region um Bellinzona aus. Auch dort sind laut BAG vorwiegend ungeimpfte Kinder betroffen. Der Ursprung der beiden Masernausbrüche ist nicht bekannt.

Ob diese ein grösseres Ausmass annehmen werden, ist nicht abschätzbar, wie eine BAG-Sprecherin auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda sagte. So lange die so genannte Durchimpfungsrate unter 95 Prozent liegt, sind laut BAG Masernausbrüche weiterhin zu erwarten.

Zurzeit beträgt die Durchimpfungsrate für Masern gesamtschweizerisch 82 Prozent. Bis 2015 sollen die Masern in der Schweiz eliminiert werden. Dafür müssen mindestens 95 Prozent der Bevölkerung mit zwei Dosen des Masernimpfstoffs geimpft sein.

Gefährliche Komplikationen

Masern sind fünf Tage vor und fünf Tage nach Beginn der Krankheit ansteckend. Die Zeitspanne von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit beträgt rund 14 Tage.

Unkomplizierte Fälle heilen laut BAG ziemlich rasch und ohne bleibende Folgen ab. Es besteht jedoch die Gefahr, dass sich als Komplikation eine Hirnentzündung, eine Lungenentzündung oder eine Mittelohrentzündung entwickelt.