Eklat

Interessenkonflikt löst Massenexodus beim Rüstungskonzern Ruag aus

Ein Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Ruag bearbeitet ein Panzerrohr (Symbolbild)

Ein Mitarbeiter des Rüstungskonzerns Ruag bearbeitet ein Panzerrohr (Symbolbild)

Beim bundeseigenen Rüstungskonzern Ruag rumort es: Ende Mai trennte er sich von Konzernleitungsmitglied Viktor Haefeli, Chef der Division Technology und Leiter des Standorts Altdorf. Der Grund war ein Interessenkonflikt.

Wie Recherchen der Zeitung «Der Sonntag» zeigen, hatte Haefeli der Ruag ein Kaufangebot für das profitable Entsorgungsgeschäft gemacht, das ihm unterstand. Das bestätigt Verwaltungsratspräsident und Interims-Konzernchef Konrad Peter.

Haefeli hatte den besten Überblick über die Zahlen, weil er das Entsorgungsgeschäft selber aufgebaut und jahrelang geführt hatte. Kadermitglieder von Ruag Technology argwöhnten deshalb, er habe an den Zahlen geschraubt, um den Kaufpreis zu drücken. «Er stellte die Zahlen schlechter dar, als sie waren, um sich das Entsorgungsgeschäft günstig unter den Nagel zu reissen», sagt ein Beteiligter. Verwaltungsratspräsident Konrad Peter bestreitet das vehement, sagt aber: « Um einem Interessenkonflikt aus dem Weg zu gehen, haben wir mit Viktor Haefeli die Trennung vereinbart.» Gleichzeitig musste der operative Leiter des Entsorgungsgeschäfts in Altdorf das Unternehmen per sofort verlassen, weil er mit Haefeli zusammenspannte und sich am Management-buyout beteiligen wollte.

Intern entbrannte wegen Haefelis Übernahmeplänen ein heftiger Konflikt, der im Herbst an einer Geschäftsleitungsleitungssitzung von Ruag Technology eskalierte. Der Leiter Flugzeugstrukturbau Emmen warf Haefeli Unregelmässigkeiten vor. Darauf musste der Mann im Februar die Ruag verlassen. Seine vier Direktunterstellten reichten eine Woche später aus Protest ihre Kündigung ein.

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