Schweiz

Jeder vierte Schweizer lebt in einer unbefriedigenden Wohnsituation

Bei vielen Neubauten liegt der Fokus auf Mietwohnungen. (Symbolbild)

Bei vielen Neubauten liegt der Fokus auf Mietwohnungen. (Symbolbild)

Im Schweizer Wohnimmobilienmarkt gab es auch 2019 Ungleichgewichte zwischen den Regionen. Insbesondere in den Grosszentren ist mit einer Verknappung von Wohnungen im unteren Mietpreissegment zu rechnen.

(mg) Während es vielerorts leere Mietwohnungen gibt, ist die Situation auf dem Wohneigentumsmarkt äusserst angespannt. Dies zeigt eine Untersuchung über die Auswirkungen der Personenfreizügigkeit auf den Wohnungsmarkt im Auftrag des Bundesamtes für Wohnungswesen (BWO). Dazu beigetragen haben der anhaltende Trend zu Neubauten mit Mietwohnungen und eine Zuwanderung, die deutlich geringer ausfalle als noch Mitte des Jahrzehnts.

In der Nordwestschweiz, der Ostschweiz und im Tessin herrsche daher gar ein Überangebot an Mietwohnungen. In Zürich, der Région lémanique, der Zentralschweiz und im Espace Mittelland seien die unteren Mietpreissegmente unter Nachfragedruck und somit entsprechend knapp. Die Untersuchung bringt auch zu Tage, dass fast ein Viertel der Haushalte in der Schweiz in einer «unbefriedigenden Wohnsituation» lebt, wie das BWO schreibt. Dies, weil die Miete das Haushaltsbudget zu arg belastet, oder die Wohnung Mängel aufweise. Die Coronapandemie und die damit verbundene Rezession erhöhe die Gefahr arbeitslos zu werden, was wiederum die Gefahr erhöhe, dass man in eine solche Wohnsituation abrutscht.

Beim Wohneigentum kaum regionale Unterschiede

Deutlich zufriedener als die Mieter sind die Wohneigentümer. Sie können sich auch diesbezüglich glücklich schätzen, dass sie überhaupt Eigentum haben: Derzeit ist die Nachfrage deutlich höher als das Angebot. Der Eigentumsmarkt «weist ein Knappheitsniveau auf, das zuletzt 2014 erreicht wurde», so das BWO. Ursache dafür sei ein ungenügendes Wachstum beim Angebot, während die Nachfrage nach Wohneigentum anhält. Regionale Unterschiede würden höchstens beim Preisniveau ins Gewicht fallen. Erstaunlich: Trotz hoher Nachfrage ist die Wohneigentümerquote nicht angestiegen. Dies, so das BWO, hänge mit den hohen Preisen sowie den hohen Hürden bei der Eigenheimfinanzierung zusammen.

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