Steuerstreit

Jetzt hat auch Österreich seinen Steinbrück - und attackiert die Schweiz

Josef Cap, Fraktionschef der SPÖ, geht mit der Schweiz hart ins Gericht

Josef Cap

Josef Cap, Fraktionschef der SPÖ, geht mit der Schweiz hart ins Gericht

Kaum hat sich die Lage zwischen der Schweiz und Deutschland etwas entspannt, eröffnet Österreich unerwartet die nächste Front in Steuerfragen gegen die Schweiz. So bezeichnet ein hochrangiger österreichischer Politiker die Schweiz als «Trittbrettfahrer».

Das hat der Schweiz gerade noch gefehlt: Nach Deutschland feuert jetzt auch die Österreicher Politik eine volle Breitseite in Richtung Schweiz ab:

«Diese Schweizer Trittbrettfahrer regen mich auf», sagt der Fraktionschef der österreichischen Sozialdemokraten SPÖ im Gespräch mit dem «Kurier».

Der Grund für seinen Ärger: Der Finanzplatz Schweiz würde Schwarzgelder aus Griechenland und ganz Europa beherbergen und so EU-Staaten um hohe Steuergelder prellen. «550 Milliarden Euro aus der EU lagern in der Schweiz. Ich möchte wissen, wie viel davon versteuert ist».

Cap tritt in Steinbrücks Fettnapf
Es ist nicht das erste Mal, dass die Schweiz von einem seiner direkten Nachbarn hart attackiert wird. Schon der ehemalige Deutsche Finanzminister Peer Steinbrück beklagte sich über den Finanzplatz Schweiz und verglich das Land mit Indianern, welche mit der Kavalerie diszipliniert werden müsse.

Nun fordert Cap wie Steinbrück in seiner Brandrede, dass die Steueroase Schweiz trocken gelegt werden müsse. «Wer zahlt denn Steuern und die Sparpakete? Die, die der Staat erwischt, also der Mittelstand. Die Grossen können flüchten».

Neben dem Finanzplatz Schweiz ärgert sich Cap auch darüber, dass die Schweiz nichts zur Stabilisierung des Euros beitragen wolle. Deshalb fordert er die EU dazu auf, dass sie von der Schweiz einen Beitrag zur Stabilisierung der Währungsunion einfordern solle.

Der österreichische Politiker vergisst bei seiner Brandrede, dass die Schweizerische Nationalbank bereits bis zu 90 Milliarden Euro angekauft hat, um den Euro nicht vollends aus dem Takt zu bringen. Darüber hinaus hat die Schweiz seit langer Zeit die «OECD»-Standards in Steuerfragen akzeptiert und damit den Unterschied zwischen Steuerbetrug und Steuerhinterziehung für Ausländer abgeschafft. (muv)

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