Jugendarbeit

Jugendarbeit im Bezirk Baden soll gestärkt werden

Engagiert: Die Jugendarbeiter Wimi Wittwer (links) und Sacha Studer. (Roman Schenkel)

Jugendarbeit Baden

Engagiert: Die Jugendarbeiter Wimi Wittwer (links) und Sacha Studer. (Roman Schenkel)

Jugendliche gehen dorthin, wo die beste Party abgeht oder das lauteste Konzert rockt – sie kennen keine Gemeindegrenzen. Dem will die Jugendarbeit des Bezirks Baden mit einer neuen Fachstelle gerecht werden.

Roman Schenkel

Als Jugendarbeiter hat man einen schweren Stand. Mit wenigen Stellenprozenten muss viel Arbeit erledigt werden. «Viele Jugendarbeiter oder Jugendarbeiterinnen sind Einzelkämpfer. Nach zwei Jahren sind sie ausgebrannt und suchen sich eine andere Stelle», sagt Sacha Studer, Leiter der Jugendarbeit Baden.

Darunter leiden letztlich die Jugendlichen selbst: Ihre Anliegen können oft nicht oder nicht schnell genug erfüllt werden - es fehlen Zeit und Ressourcen. «Für Jugendliche muss ein Problem sofort gelöst werden, ein halbes Jahr ist für sie eine Ewigkeit», sagt Wimi Wittwer, Leiter des Jugendnetzes Siggenthal.

120 Stellenprozente

Zur Verbesserung der Situation soll eine Fachstelle für die Jugendarbeit des Bezirks Baden geschaffen werden. Sie übernimmt die Koordination der Jugendarbeiter aus den einzelnen Gemeinden. Das Anliegen basiert auf Postulaten von Jugendlichen, die im Rahmen des jugendpolitischen Forums Megafon 2005 eingereicht wurden. Mit Unterstützung des Kantons Aargau, 21 Gemeinden und verschiedenen Fachleuten wurde ein Jugendkonzept erarbeitet. Kern dieses Konzepts ist eine regionale Fachstelle für die Jugendarbeit des Bezirks Baden.

«Für eine regionale Stelle spricht, dass Jugendliche keine Gemeindegrenzen kennen. Es spielt keine Rolle, ob eine Party in Gebenstorf oder Turgi stattfindet. Hauptsache, es macht Spass», sagt Studer. 80 Prozent der Jugendlichen, die in Baden in den Ausgang gehen, kommen aus der Agglomeration.

Mit 120 Stellenprozenten koordiniert die regionale Fachstelle Projekte, betreut ein Internetportal für Jugend- und Freizeiträume, betreibt Öffentlichkeitsarbeit und vernetzt sich mit anderen Organisationen. «Eine Homepage mit Informationen für die ganze Region kann Jugendliche und Eltern über Anlässe und Lokale informieren», sagt Studer.

«Die Fachstelle soll kleineren Gemeinden wie auch Zentrumsgemeinden eine Verbesserung bringen und die Jugendarbeit vor Ort stärken», sagt Wittwer. Denn immer wieder stellten sie fest, dass dort wo die Jugendarbeit über genug Stellenprozente verfügt, gute Angebote für Jugendliche vorhanden sind.

Start ist 2011 geplant

Zurzeit ist das Projekt in den 26 Gemeinden des Bezirks in Vernehmlassung. Die Gemeinden müssen mitteilen, ob sie sich beteiligen oder nicht. «Die Fachstelle soll 2011 loslegen, deshalb müssen die Gemeinden die Kosten ins Budget 2011 aufnehmen», erklärt Studer. 166000 Franken kostet die Fachstelle jährlich; wenn sich alle 26 Gemeinden des Bezirks beteiligen, beträgt der Beitrag 85 Rappen pro Einwohner.

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