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Kasino in Zürich: Bereits drei Interessenten

Für den Fall, dass der Bundesrat neu auch im Kanton Zürich eine Lizenz für den Betrieb eines Spielkasinos vergibt, stehen bereits drei Konkurrenten bereit. Es könnten noch mehr werden.

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Roulette

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Limmattaler Zeitung

Alfred Borter

Die Hoffnungen sind gross, dass der Bundesrat diesmal auch den Zürchern ein Kasino gönnt. 2001 sind sie leer ausgegangen. Spielen kann man dafür in Baden, Schaffhausen, Pfäffikon im Kanton Schwyz oder in Luzern.

Sechs Interessenten gingen 2001 leer aus

2001 hatten sich im Kanton Zürich gleich sechs Interessenten um eine Lizenz beworben. Mit 7000 Quadratmeter das grösste Kasino war im Entwicklungsgebiet von Zürich Nord vorgesehen, hier hätte die Firma Escor zusammen mit Admiral Casino & Entertainment (ACE) und German Casino Management Group ein Haus mit 37 Grand-Jeu-Tischen und 500 Spielautomaten betreiben wollen.

Im Flughafen Kloten plante die Swiss Casinos AG zusammen mit der Casino Austria AG 20 Spieltische und 500 Automaten auf einer Fläche von 6000 Quadratmeter. Im Kongresshaus Zürich wollten Stiftung und Betriebsgesellschaft gemeinsam mit Swiss Casinos und Casino Austria auf 3000 Quadratmetern ein Kasino mit 34 Spieltischen und 356 Automaten einrichten. Im Gebiet Hardturm hätte man ebenfalls gerne ein Kasino mit 16 Tischen und 80 bis 100 Automaten erstellt, und zwar unter Beteiligung der Spielbank Hamburg. Weitere Pläne gab es in Opfikon und in Winterthur.
2007 kam nochmals etwas Hoffnung auf, doch entschied sich damals der Bundesrat, die ganze Angelegenheit um drei Jahre zu verschieben.

Flughafen macht Druck

Jetzt wird erwartet, dass der Bundesrat dieses Frühjahr bekannt gibt, unter welchen Bedingungen er weitere Lizenzen abgibt. Der Flughafen macht schon frühzeitig etwas Druck, indem er in einer Medienmitteilung seinen Anspruch auf eine Lizenz bekannt gab. Man werde sich sowohl um eine A- wie um eine B-Lizenz bemühen, erklärte Martin Vogel, Leiter Marketing und Kommunikation von Swiss Casinos, welche als Betreiberin vorgesehen ist. Die Idee, die Spielsäle in eines der neuen Hotels zu integrieren, lässt sich nicht mehr verwirklichen. Vogel ist überzeugt, dass das Kasino am Flughafen am richtigen Ort wäre, Parkplätze hat man schon und es gibt keine Anwohner, die sich über das Kommen und Gehen später Gäste aufregen könnten.

Dass das Flughafen-Kasino die ebenfalls von Swiss Casinos geführten Spielsäle in Schaffhausen und Pfäffikon konkurrenzieren würde, lasse sich nicht bestreiten, doch diese könnten auch mit etwas weniger Gästen rentabel betrieben werden. Insgesamt sei sicher mit Mehreinnahmen zu rechnen. «Und das kommt der Spielbankenkommission sicher gelegen, ihr kann es ja nicht gleichgültig sein, dass die AHV besser alimentiert wird», betont er.

In Kloten werden nicht mehr 6000 Quadratmeter wie 2001, sondern bloss noch 3000 Quadratmeter Fläche benötigt. Wie viele Tische für das Grand Jeu aufgestellt werden und wie viele Spielautomaten, wird laut Vogel entschieden, wenn die Bedingungen des Bundesrats klar sind.

Mitbewerber in der Alten Börse und an der Sihlporte

Ein Wörtchen mitreden wollen aber auch die Initianten eines Kasinos in der Alten Börse und im ehemaligen Epa-Gebäude an der Sihlporte. Escor und ACE haben schon 2007 ihre Pläne angemeldet und gleich den vierten und fünften Stock der Alten Börse, die dem Kanton respektive der Beamtenversicherungskasse gehört, langfristig gemietet. Projektleiter Fernando Mutti hofft, dass es jetzt endlich vorwärts geht und die Pläne verwirklicht werden können. 14 Grand-jeu-Tische und 150 Spielautomaten sind vorgesehen, zudem ein Restaurant, eine Lounge und eine Bar. Als Vorteil erachtet man die Lage im Zentrum Zürichs, an einem Ort, der durchaus noch etwas Leben ertragen könnte.

An der Sihlporte möchte die City Casino Zürich AG, wie sie 2007 kund tat und jetzt bekräftigt, ebenfalls ihre Pläne verwirklichen, und zwar in einem der Swiss Life gehörenden Haus, in dem früher die Epa und dann Coop eingemietet war. Wie vom Initianten, dem Schaffhauser Rechtsanwalt Werner Buchter, zu erfahren war, wäre er bereit, noch dieses Frühjahr mit dem Umbau zu beginnen. Als Vorteil für seinen Standort erachtet er die Zentrumsnähe und die Nähe des Parkhauses Gessnerallee.

Weitere Bewerber möglich

Übrigens: Wenn der Bundesrat verlauten lässt, dass er eine weitere Konzession vergibt, geht der Rummel erst los. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass sich noch weitere Bewerber melden. Und dann vergeht sicher noch einige Zeit, bis der Bundesrat seine Wahl trifft. Die Roulette-Kugeln werden also trotz allem noch nicht so bald rollen.

Die EVP, immer schon kritisch gegenüber Kasinos, ist über die Entwicklung gar nicht erfreut. Ein Kasino in Zürich steigere die Gefahr, dass mehr Leute spielsüchtig würden, meinte EVP-Geschäftsführer Peter Reinhard.

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