Von Werner Schneiter

Vor rund 20 Jahren zählten die Gemeinden Bonstetten, Stallikon und Wettswil zusammen rund 7000 Einwohner, heute sind es über 12 000. Der Bevölkerungszuwachs widerspiegelt sich auch in den Vereinen, denen die Kapazitätsprobleme etliche Probleme bereiten. Der FC Wettswil-Bonstetten zählt heute über 300 aktive Fussballer, der Streethockeyclub rund 100. «Wir haben uns schon im Jahr 2005 an die Gemeinde Wettswil gewandt und auf unsere Probleme aufmerksam gemacht», sagt FCWB-Präsident Adrian Gallmann. Seit diesem Zeitpunkt hat der FC nur noch Junioren aus dem Unteramt und von Islisberg aufgenommen - und jeweils nur dann eine Ausnahme gemacht, wenn der Vater eines Juniores Bereitschaft zeigte, im Verein eine Funktion zu übernehmen.

Anders als der FC Affoltern hat Wettswil noch nie Probetrainings durchgeführt, hat aber nun eine Warteliste von gegen 100 Kindern, die gerne Fussball spielen möchten. «Wir sind dringend auf eine Erweiterung der Anlage angewiesen. Ohne diese müssten wir unseren Juniorenbestand in den nächsten zwei Jahren von 250 auf 180 reduzieren», bekräftigt Adrian Gallmann und weist darauf hin, dass es unter den gegebenen Verhältnissen nicht möglich ist, bei Bedarf ein Damen-Fussballteam zu bilden. «Dabei liegt Damenfussball voll im Trend.»

Lange Suche nach Alternative

Ähnlich tönt es beim Streethockeyclub. Sein Mitgliederbestand entspricht zwar nur rund einem Drittel der Fussballer. Mit zwei Trainings pro Abend ist aber auch ihre Platzkapazität bereits ausgereizt. Gespielt wird heute mitten im Wohngebiet Schachenmatten, was Lärmimmissionen zur Folge hat. «Eine Platzerweiterung ist nicht nur wegen der steigenden Zahl der Aktiven notwendig, sondern auch, um Nationalliga-A-tauglich zu bleiben. Hier gilt eine Frist bis 2015», sagt SHCWB-Präsident Sven Bürki. Bei der Planung der Dreifach-Sporthalle schloss man die Streethockeyaner seinerzeit ein, verwies dann aber auf die Möglichkeit im «Moos» bei den Fussballern. Dort ist es aber nur möglich, wenn erweitert werden kann. «Wir sind nun schon mehrere Jahre auf der Suche nach einer Alternative zum heutigen Platz», so Bürki.

Fehlt die Möglichkeit einer Platzerweiterung, so droht den Streethockeyanern die Zwangsrelegation aus der Nationalliga A. «Schon wegen unserer Sponsoren brauchen wir diesen Standard. Spielen wir in der 1. Liga, so werden im Amt geförderte Jungtalente zu anderen Vereinen abwandern, und der Verein würde einer zukunftstauglichen Perspektive beraubt», ergänzt der SHC-Präsident. Die Präsidenten werfen noch ein anderes Argument auf die Waagschale: Mit der Erweiterung im «Moos» kann auch die neue, stark belastete Dreifach-Sporthalle entlastet werden. Denn bislang mussten die Fussballer im Winter in die Halle ausweichen; mit dem Allwetterplatz ist das nicht mehr nötig.

Sozial- und Jugendarbeit

Eine veraltete Infrastruktur im «Moos» und aus allen Nähten platzende Vereine: «Es geht hier um unsere Zukunft», fassen die beiden Präsidenten zusammen. Gemeinsam hoffen sie bei diesem Projekt auf die Solidarität anderer Vereine, die von der neuen Anlage ebenfalls profitieren können, und auf Verständnis bei den Stimmberechtigten der drei Gemeinden. Sie verbinden das mit der Feststellung, dass sich sowohl der FCWB als auch der SHCWB auch für den Bau der Dreifachhalle eingesetzt haben - und gerade mit der Juniorenförderung auch nicht zu unterschätzende Sozialarbeit leisten. Zusammen führen die beiden Vereine 17 Juniorenmannschaften!

Adrian Gallmann: «Pro Kalenderjahr produziert der FCWB rund 12 500 Mannstunden für Trainings und Jugendbetreuung. Der SHC Bonstetten-Wettswil kommt auf 3500 Stunden - ohne Unterhaltsarbeiten wie Reinigung der Garderoben. Und unsere Pächter im Mooshüsli investieren weitere 4000 Stunden pro Jahr.» Addiert man die Summe der ehrenamtlichen Arbeit zu den Budgets (300 000 Franken bei den Fussballern, 100 000 Franken bei den Streethockeyanern), so investieren die beiden Vereine jährlich zusammen rund 1 Mio. in Sport- und Trainingsbetrieb. Was insbesondere Kindern und Jugendlichen zugutekommt. Die Präsidenten sagen übereinstimmend: «Das Projekt enthält keinerlei Luxus. Aber es ist wegweisend für die Zukunft unserer Vereine».