Martinsberg

Kein Verständnis für Martinsbergtunnel

Die Aargauer Regierung will das Projekt "Martinsbergtunnel" in Obersiggenthal wiederbeleben. Der Gemeinderat wehrt sich.

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Die Aargauer Regierung will das Projekt "Martinsbergtunnel" in Obersiggenthal wiederbeleben. Der Gemeinderat wehrt sich.

Obersiggenthaler Gemeinderat kritisiert Regierungsrat und verlangt Umsetzung des Verkehrsmanagements.

Für ihn sei es unverständlich, dass der Regierungsrat das Postulat «Martinsbergtunnel» im Grossen Rat entgegennehmen wolle, erklärt der Obersiggenthaler Gemeinderat. Damit bestehe die Gefahr, dass die Umsetzung des mühsam erarbeiteten Berichtes «Verkehrsmanagement Grossraum Baden-Wettingen» infrage gestellt werde. Der Martinsbergtunnel ist eine Planungsleiche aus den Sechzigerjahren.

Das Postulat hat mit dem alten Projekt nur noch den Namen «Martinsberg» gemein. Macht es Sinn, so fragt sich der Gemeinderat, den Verkehr aus dem unteren
Aaretal und dem Siggenthal auf die Siggenthaler Brücke zu führen und via Martinsbergtunnel einen höchst komplizierten Anschluss an die A1 zu bauen? Zudem fragt er sich, wo an der Zürcher- und Mellingerstrasse (Interpellation Martin Keller) noch freie Flächen vorhanden sind. Mehr Sinn würde eine Entlastung Badens östlich von Untersiggenthal Richtung A1-Anschluss Baden West machen oder über den bereits diskutierten Petersbergtunnel auf die A1 oder A2.

Gemeinde wehrte sich

Der Regierungsrat sei sich kaum bewusst, welch heftige Abwehrhaltung er mit der Idee eines Martinsbergtunnels bei der Obersiggenthaler Bevölkerung auslösen werde, hält der Gemeinderat fest. Zur Siggenthaler Brücke gebe es heute zwar keine Alternative. Sie habe sich jedoch bewährt. Der Umweg und die Stausituationen mit Busverspätungen in Ennetbaden gehören der Vergangenheit an. «Aber diese Verbesserungen mussten sich Nussbaumen und Kirchdorf teuer erkaufen. Die Verkehrszunahme von 11 000 auf heute bald 19 000 Fahrzeuge pro Tag ist gewaltig», so der Gemeinderat. Die Bevölkerung habe nicht vergessen, wie die befürchtete Verkehrszunahme im Vorfeld der Siggenthaler Brücke von Politikern und Verkehrsplanern negiert worden sei. Mit einem klaren «Nein zum Martinsbergtunnel» gibt der Obersiggenthaler Gemeinderat diese Haltung dem Regierungsrat bekannt.

Planer überlastet

Der Regierungsrat wird aufgefordert, rasch die Massnahmen aus dem Bericht «Verkehrsmanagement Grossraum Baden-Wettingen» umzusetzen und den Schulhausplatz zu sanieren. Beide Projekte sind wegen Überlastung der Verkehrsplaner und neuen Projektierungen im Departement BVU in Verzug. Weitere Verzögerungen durch Planungsarbeiten eines Martinsbergtunnels würden nicht akzeptiert; damit würden nur falsche Hoffnungen geweckt. Der Obersiggenthaler Gemeinderat und vor allem dessen Vertreter, die im Grossen Rat sitzen, würden sich in aller Deutlichkeit wehren, heisst es. (-rr-)

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