Das Land, auf dem der frischgebackene 23-jährige Formel-1-Champion und Wahlthurgauer Sebastian Vettel Pool und Court erstellen will, liegt heute in der sogenannten Landschafts-Schutzzone. Die Gemeindeversammlung stimmte dem Antrag des Gemeinderats am Dienstagabend zu, davon 918 Quadratmeter in eine "Sonderbauzone für Freizeitanlagen" umzuzonen.

Im Gegenzug setzt der Gemeinderat 1500 Quadratmeter Bauland zurück, und von Sebastian Vettels übrigem Bauland werden 232 Quadratmeter der Landschafts-Schutzzone zugeschieden. Der Kanton Thurgau gab für diese Zonenplanänderung in einer Vorprüfung bereits grünes Licht.

Der WWF und die Stiftung Landschaftsschutz wehren sich gegen die Baupläne des Formel-1-Weltmeisters. Der Entscheid der Gemeinde Kemmental sei "eine Niederlage für Natur und Rechtsgleichheit", halten sie in einer Stellungnahme vom Dienstagabend fest.

"Wenn solche Sonderlösungen für Bauten in Naturschutzgebieten zur gängigen Praxis werden, droht die endgültige Zubetonierung unserer Naturlandschaften", befürchten die Umweltverbände. Gegen das Vorgehen spreche zudem, dass die Gesetze für alle gleich gelten sollten.

Nachdem ihre Beschwerde vom Gemeinderat Kemmental abgelehnt wurde, prüfen der WWF und die Stiftung Landschaftsschutz nun einen Rekurs gegen die Sonderbauzone beim Kanton.