Pandemie

Kita-Verband bemängelt: «Es gab ein föderalistisches Chaos – Kündigungen hätte man vermeiden können»

Die Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) des bernischen Grossen Rat will die familienergänzende Kinderbetreuung künftig einheitlich mit Betreuungsgutscheinen unterstützen. (Archivbild)

Die Gesundheits- und Sozialkommission (GSoK) des bernischen Grossen Rat will die familienergänzende Kinderbetreuung künftig einheitlich mit Betreuungsgutscheinen unterstützen. (Archivbild)

Die zögerliche Hilfe des Bundes für Betreuungsinstitutionen während der Coronakrise sorgen beim Verband Kinderbetreuung Schweiz für Kritik.

Der Bund versprach, Betreuungsinstitutionen aufgrund der finanziellen Ausfälle während der Coronakrise zu unterstützen. Um die Gelder zu erhalten, mussten die Betreuungsinstitutionen bis Mitte Juli Antragsformulare einreichen. «Die Fristen waren für alle Beteiligten knapp, sagt Prisca Mattanza, Mediensprecherin des Verbands Kinderbetreuung Schweiz. Nebst dem kurzen Zeitfenster sei auch der Zeitpunkt der Frist rund um die Sommerferien nicht ideal. «Zudem sind die Betreuungsinstitutionen beim Ausfüllen der Formulare stark gefordert und es fehlte an entsprechend notwendigen Instruktionen», sagt sie. Ziel des Aufwands ist einerseits, die fehlenden Erträge der Kitas, die geschlossen waren oder nur für ausgewählte Personen offen waren, zu kompensieren und andererseits Eltern, die die Betreuung aufgrund von Corona nicht in Anspruch genommen haben, zwecks Vermeidung von Rechtsstreitigkeiten mit der Betreuungsinstitution zu entschädigen.

Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht

Mattanza bemängelt, dass der Bund die Betreuungsinstitutionen, so lange in der Luft hängen gelassen habe. Dadurch erstellten die Kantone ganz unterschiedliche Regelungen. «Es war ein richtiges föderalistisches Chaos. Dieses und vor allem unnötige Kündigungen und fehlende Neuanmeldungen hätte man durch klarere Instruktionen und eine frühere Lösung auf Bundesebene vermeiden können», sagt Mattanza. So waren die Institutionen nun in der Sommerpause damit beschäftigt, die komplexen Formulare auszufüllen, um die dringend benötigten Gelder zu erhalten.

Eine Entspannung der Lage ist auch nach den Ferien nicht in Sicht: Denn in den vergangenen Monaten meldeten sich vereinzelt Kinder ab und Ein­gewöhnungen waren nicht mehr möglich. Das führte zu einer zusätzlichen Ertragseinbusse. «Ob sich die Lage nun wieder stabilisieren wird oder ob es zu einem grösseren Einbruch kommt, wird sich noch zeigen. Eines ist klar, die Betreuungsinstitutionen sind systemrelevant und müssen erhalten bleiben», sagt Mattanza.

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