Kommentar
Weshalb die Gentechnologie eine Chance für die Schweizer Landwirtschaft ist

Das Parlament will das Gentech-Moratorium zum vierten Mal verlängern. Und das, obwohl sich die Forschung einig ist, dass die Schweizer Landwirtschaft die Gentechnologie braucht, wenn sie nachhaltiger werden will.

Chiara Stäheli
Chiara Stäheli
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Gentechnisch veränderte Weizensetzlinge dürfen in der Schweiz nur zu Forschungszwecken eingesetzt werden.

Gentechnisch veränderte Weizensetzlinge dürfen in der Schweiz nur zu Forschungszwecken eingesetzt werden.

Bild: Gaëtan Bally/Keystone

Mit der Abstimmung über die Landwirtschaftsinitiativen stieg der Druck auf die Schweizer Bauern, nachhaltig zu produzieren. Sie würden damit einem wachsenden Bedürfnis der Bevölkerung nachkommen. Egal, wie das geschehen soll: Es sind Kompromisse nötig. Verzichten die Bauern auf Pflanzenschutzmittel, sinken zwangsläufig die Erträge. Und sinken die Erträge im Inland, muss mehr importiert werden, was aus ökologischer Sicht wenig sinnvoll ist.

Der Nationalrat steht nun kurz davor, einer alternativen Möglichkeit für weitere vier Jahre den Riegel zu schieben. Er will das Moratorium für gentechnisch veränderte Organismen bis 2026 verlängern. Und das, obwohl die Akzeptanz gegenüber gentechnisch veränderten Lebensmitteln in der Bevölkerung stark wächst, wie eine neue Studie zeigt.

Die Gentech-Forschung hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Mit den neuen Züchtungsmethoden stehen nun Möglichkeiten zur Verfügung, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in der Schweiz massiv verringern und zudem für stabile Erträge sorgen würden.

Eine gegen Krautfäule resistente Kartoffelpflanze oder brandresistente Apfelsorten gibt es bereits. Und die neuartigen Kartoffeln und Äpfel dieser Pflanzen unterscheiden sich bezüglich der Auswirkungen auf die Gesundheit nicht von herkömmlichen Sorten. Zugelassen werden können sie allerdings erst, wenn das Gentech-Moratorium aufgehoben wird. Das Parlament tut gut daran, die Scheuklappen endlich abzulegen – und der Wissenschaft zu vertrauen. Konsumenten und Umwelt würden danken.

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