Gesundheitskosten

Konsumentenschutz lässt kein gutes Haar am Kompromiss der Krankenkassen

Die Krankenkassen wollen sich neue Regeln geben.

Die Krankenkassen wollen sich neue Regeln geben.

Die beiden Branchenverbände Curafutura und Santésuisse haben sich auf eine Vereinbarung geeinigt, die unlauteren Vertretern das Handwerk legen soll. Für den Konsumentenschutz geht sie nicht weit genug.

(wap) Die Krankenkassen wollen die Zusammenarbeit mit dubiosen Callcentern und Vermittlern beenden. Sicherstellen soll dies eine umfassende Branchenvereinbarung, auf die sich die Branchenverbände Santésuisse und Curafutura geeinigt haben. Zu den neuen Qualitätsstandards gehört unter anderem auch ein 14-tägiges Widerrufsrecht.

Die Vereinbarung sieht ein Schiedsgericht und hohe Sanktionen vor. Im Bereich der Grundversicherungen sollen Bussen bis zu 100'000 Franken, bei den Zusatzversicherungen bis zu 500'000 gesprochen werden können. Im Schiedsgericht sollen neben den Vertretern der beiden Branchenorganisationen auch eine Vertretung des Konsumentenschutzes Einsitz nehmen.

Dort will man davon aber nichts wissen. "Wir werden sicher nicht Feigenblatt spielen", sagt Sara Stalder, Geschäftsleiterin des Konsumentenschutzes. Sie kritisiert, dass das Abkommen löchrig sei. Nach wie vor gebe es finanzielle Fehlanreize für Vertreter, ausserdem seien Angestellte der Krankenkassen selbst von den Regelungen ausgenommen. Für die Konsumentenschützerin ist klar: «Es braucht eine gesetzliche Regelung.»

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