Am Dienstag ging nichts mehr auf den Zürcher Baustellen – die Baurarbeiter streikten. Allerdings nicht ganz alle. Auf der Gubrist-Baustelle zwischen Opfikon und Regensdorf wurde trotzdem gearbeitet.

Gewerkschafter wollten die Bauarbeiter am Dienstagmorgen am Weiterarbeiten hindern. Als ein Baggerfahrer nicht reagierte, sprang ein Mann auf den Bagger auf, während dieser sich bewegte – unter lautem Beifall der weiteren Unia-Mitglieder.

Ein Video von der Szene macht auf Facebook die Runde – und verärgert Markus Hungerbühler vom regionalen Baumeisterverband. «Das ist gemein- und lebensgefährlich», sagt er gegenüber Tele Züri. «Man kann von Glück reden, dass es keine Verletzte oder Tote gegeben hat.»

«Wenn einer allen in den Rücken fällt ...»

Lorenz Keller von der Unia verteidigt die Aktion: «Die Bauarbeiter sind wirklich sauer und wenn ein Streikbrecher dann allen in den Rücken fällt, dann gehen die Emotionen hoch.» Gefährlich sei der Sprung auf den Bagger nicht gewesen: «Dieser Kollege wird nicht zum ersten Mal auf einer Baustelle gewesen und auch nicht zum ersten Mal auf einen Bagger gesprungen sein.»

Über 4'000 Bauarbeiter streiken

Über 4000 Bauarbeiter streiken

Bauarbeiter aus der ganzen Schweiz legen ihre Arbeit nieder. Bei einer Demonstration in Zürich machen sie ihrem Unmut Luft. Sie fordern bessere Arbeitsbedingungen und das Rentenalter 60.

Die Arbeiten auf der Gubrist-Baustelle sind später eingestellt worden. Laut Tele Züri erwägt die Baufirma, Anzeige einzureichen. Einerseits wegen besagter Aktion, andererseits wegen Sachbeschädigung: Die Gewerkschafter sollen Baustellentore aufgebrochen haben. (smo)