«Nun ist der Quartierverein gefordert»
Liebrüti: Die Migros soll bleiben

Die Migros schaut sich nach einem neuen Standort um, will von der Liebrüti wegziehen. Politisch sei alles versucht worden, um die Migros in der Liebrüti zu halten, sagt Gemeindeammann Max Heller.

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Liebrüti

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Aargauer Zeitung

Lilly-Anne Brugger

Seit dem Spätsommer ist klar: Die Migros will nicht mehr in der Überbauung Liebrüti bleiben und sucht nach einem anderen Standort. Für die Gemeinde Kaiseraugst kam diese Nachricht überraschend, denn man ging davon aus, dass die Migros vom geplanten Umbau der Liebrüti profitieren würde. So erstaunt es nicht, dass die Migros und der Liebrüti-Umbau auch Thema der ausserordentlichen Gemeindeversammlung von vergangenem Donnerstag waren. Dabei bestätigte Gemeindeammann Max Heller, dass die Migros den Mietvertrag tatsächlich nicht verlängert habe. Mehr sei aber auch ihm nicht bekannt. «Vielleicht würde aber eine Aktion des Liebrüti-Quartiervereins ein Zeichen setzen», meinte Heller.

Saal wegen Umbau aufgehoben

Die Überbauung Liebrüti, am östlichen Dorfausgang von Kaiseraugst gelegen, wurde Ende der 70er-Jahre erstellt. Damals fanden zahlreiche Angestellte des Basler Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche in der Überbauung eine Unterkunft. Zur Überbauung gehören auch ein Einkaufszentrum und ein Hallenbad.

In der Zwischenzeit werden Sanierungen nötig. Weil eine umfassende Sanierung angekündigt wurde - und der Liebrüti-Saal für die Gemeinde Kaiseraugst auch nicht mehr zwingend nötig ist -, hob die letzte Sommergemeindeversammlung den Liebrüti-Saal auf. So sollte mehr Raum zur Verfügung stehen, um die Überbauung zu sanieren und den heutigen Bedürfnissen anzupassen. Im Moment liegt auf der Gemeinde Kaiseraugst ein Baugesuch auf, um überdachte Parkplätze zu bauen. Gemeindeammann Max Heller begrüsst die Tatsache, dass trotz angedrohtem Wegzug der Migros sich die Eigentümerschaft des Liebrüti bemüht, das Zentrum attraktiver zu machen.

Migros soll in Kaiseraugst bleiben

Trotz Umbauplänen bezeichnet die Migros die Ausbaumöglichkeiten in der Liebrüti als suboptimal. Das Unternehmen befürchtet, vor allem in der Zukunft in diesem Bereich Probleme zu bekommen. Deshalb sei der Mietvertrag nicht verlängert worden, sagt Thomas Bornhauser, Pressesprecher der Genossenschaft Migros Aare. Die Migros ziehe aber nach wie vor einen Standort in Kaiseraugst in Betracht. «Allerdings hat für uns der Standort in der Liebrüti nicht Priorität.» Grundsätzlich sei die Migros offen für jeden Standort in Kaiseraugst.

Der Kaiseraugster Gemeindeammann Max Heller betont, dass es für die Migros kaum eine Möglichkeit gebe, ein eigenes Einkaufszentrum in Kaiseraugst zu bauen. «In unserer Bau- und Nutzungsordnung ist dies nicht vorgesehen.» Deshalb seien dem Gemeinderat die Hände gebunden. «Auf der politischen Ebene haben wir schon alles versucht», erklärt er und verweist nochmals auf den Liebrüti-Quartierverein. Seiner Meinung nach könnte der Verein beispielsweise eine Petition lancieren und darin die Migros auffordern, in der Liebrüti zu bleiben. Heller ist überzeugt, dass bei einer solchen Aktion Unterschriften aus der ganzen Gemeinde zusammenkämen, nicht nur aus dem Liebrüti-Quartier. «Der Gemeinderat würde eine solche Eigeninitiative durchaus begrüssen», sagt er.

Ausserordentliche Versammlung

Der Liebrüti-Quartierverein wird am Freitag eine ausserordentliche Generalversammlung abhalten. Dabei werde wohl das Thema Migros, aber auch das Thema Holzkraftwerk besprochen, heisst es von Quartierbewohnern.

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