A-Wort-Affäre
Lindt&Sprüngli-Chef Tanner: «Philipp Müller hat nicht mich gemeint»

FDP-Präsident Philippe Müller hat einen Top-Manager wegen seines Gehalts als «Arschloch» bezeichnet. Müller habe damit Ernst Tanner, Chef von Lindt&Sprüngli gemeint, wurde kolportiert. Tanner wehrt sich nun.

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Ernst Tanner, CEO von Lindt&Sprüngli: «Kenne Philippe Müller nicht»

Ernst Tanner, CEO von Lindt&Sprüngli: «Kenne Philippe Müller nicht»

Keystone

«Ich weiss nicht, an wen Philipp Müller die Beschimpfung gerichtet hat», erklärt Ernst Tanner nun gegenüber «20minuten». Er habe mit dem FDP-Präsidenten nie über seinen Lohn geredet, ja er kenne Müller nicht einmal. «Müller hat mit seiner Beschimpfung also sicher nicht mich gemeint», so Tanner weiter.

Tanner, der nach eigener Aussage 2012 6,9 Millionen Franken verdient hat, wehrt sich auch dagegen, dass Grossverdiener generell unter Abzockerei-Verdacht geraten. «Wenn Manager enorme Saläre beziehen, obwohl sich der Aktienkurs schlecht entwickelt, kann ich die Empörung nachvollziehen. Bei Lindt & Sprüngli hat sich der Kurs in den zwanzig Jahren, in denen ich am Ruder war, von 2800 auf 42'000 Franken erhöht. Wir haben für die Aktionäre einen Mehrwert von 8000 Millionen geschaffen. Es hat also nicht nur der Chef profitiert. Darum empfinde ich meine Entlöhnung als gerecht», sagt Tanner zu «20minuten».

Zahl der Angestellten verdoppelt

Der 66-jährige Tanner, der bei Lindt&Sprüngli CEO und Präsident des Verwaltungsrates ist, hält auch nichts von der 1:12-Initiative der Jungsozialisten. Das Unternehmen habe die Zahl der Angestellten in den 20 Jahren von 4000 auf 8000 gesteigert. Die Fluktuation sei enorm tief. «Das sagt mir, dass sich die Mitarbeiter gut behandelt fühlen», so Tanner.

Kürzer treten will der 66-Jährige noch nicht. Man denke in der Konzernleitung über eine Nachfolge nach, sagt er. «Ich gehe, wenn ich die Gewissheit habe, dass der Neue es besser macht als ich.»

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