Frauenfeindlichkeit

Luzerner SVP-Politiker tritt von politischen Ämtern zurück

Der Präsident der SVP der Stadt Luzern, René Kuhn, tritt von seinem politischen Ämtern zurück. Dies kündigte er auf seiner Homepage an. Er kommt damit einem drohenden Parteiausschluss zuvor.

Kuhn schreibt, er habe seinen Rückzug aus der Politik ohnehin auf den Herbst dieses Jahres geplant, dies weil er die Verantwortung für das schlechte Abschneiden der SVP bei den kommunalen Wahlen im Juni übernehme.

Nun gebe er seine Ämter ein paar Wochen früher ab, schreibt er. Er wolle die "Medienschlacht" nicht länger mitmachen, der SVP keinen Schaden zufügen und seine Familie nicht mit in den Schmutz ziehen.

Kuhn hatte sich abschätzig über die Frauen in der Schweiz geäussert, die weder Schmuck tragen noch sich schminkten. Der Präsident der SVP des Kantons Luzern, Nationalrat Josef Kunz, sagte, Kuhn sei damit für die Partei nicht mehr tragbar.

Kuhn entschuldigt sich zwar bei all jenen, die sich durch seine Äusserungen beleidigt fühlten. Gleichzeitig sieht er sich als Opfer der Medien und verweist auf die positiven Reaktionen, die er erhalten habe. Er habe offenbar ein Tabu gebrochen und sei Sprecher einer "grossen schweigenden Gemeinschaft" gewesen.

Kuhn könnte aber auch von juristischer Seite Ungemach drohen. Der Luzerner SP-Kantonsrat Lathan Suntharalingam reichte gegen Kuhn jüngst Strafanzeige ein, wie er auf Anfrage einen Bericht des "Tages-Anzeiger" und des "Bund" bestätigte.

Kuhn habe im Internet aus seinen privaten E-Mails zitiert, lautet der Vorwurf Suntharalingams. Er reichte deshalb Strafanzeige wegen des Verdachts auf unbefugtes Eindringen in ein Datenverarbeitungssystem ein.

Nach Angaben der Strafuntersuchungsbehörden wurde Kuhn, der als Informatiker arbeitet, am Dienstag befragt. Es gelte die Unschuldsvermutung, betonte der Behördensprecher. Nähere Angaben machte er mit Hinweis auf das laufende Verfahren nicht. Kuhn und Suntharalingam befehden sich seit mehreren Jahren.

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