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Nach schwerer Krise: Online-Magazin «Republik» schreibt erstmals Gewinn

Vor zwei Jahren war sie von der Schliessung bedroht. Nun erreicht die «Republik» aber 29'000 Abonnenten.

Francesco Benini
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Der Sitz der «Republik» an der Zürcher Langstrasse.

Der Sitz der «Republik» an der Zürcher Langstrasse.

Keystone

Das Online-Magazin «Republik» hat das vergangene Geschäftsjahr erstmals mit einem Überschuss abgeschlossen. Er liegt bei 1,1 Millionen Franken. Die «Republik» legt ihr Ergebnis jeweils für den Zeitraum von Juli bis Ende Juni vor.

Das Magazin, das 2018 lanciert wurde, verzichtet auf Werbung – es finanziert sich mit den Beiträgen seiner Abonnenten. Zurzeit zählt die «Republik» 29'000 Abonnements – wobei 25'000 für ein Jahr abgeschlossen worden sind und 4000 für einen Monat. Dem Magazin ist es damit gelungen, die Zahl seiner Kunden nach und nach zu erhöhen. Im ersten Jahr nach der Lancierung kam die «Republik» auf 21'000 Abonnenten.

Magazin investiert in den Inlandjournalismus

Nach Angaben der Geschäftsleiterin Miriam Walther musste das Magazin bisher 25'000 Kunden erreichen, um an die Gewinnschwelle zu gelangen. Nun fährt die «Republik» einen offensiven Kurs und gibt zusätzliche Mittel aus, vor allem für Inlandjournalismus. Das Ausgabenbudget steigt von 5,85 auf 6,32 Millionen Franken. Das Online-Magazin muss darum fortan 27'000 Abonnements abschliessen, um einen Überschuss zu erzielen. Die «Republik» beschäftigt 46 Personen; die Zahl der Vollzeitstellen liegt bei 33,8.

Eine Herausforderung für jede Publikation ist die Erneuerungsrate: Jedes Jahr springen Abonnenten ab; sie müssen ersetzt werden. Im vergangenen Geschäftsjahr hatte sich die «Republik» eine Erneuerungsrate von 75 Prozent zum Ziel gesetzt – das heisst, dass von vier Abonnenten drei wieder den Jahresbetrag von 240 Franken zahlen und einer neu dazukommen sollte. Die Erneuerungsrate lag dann bei 79 Prozent, was ein guter Wert ist.

Dramatischer Appell zeigt Wirkung

Die «Republik» konnte 2018 starten dank einem Betrag, den die Zürcher Gebrüder Meili der Redaktion zur Verfügung stellten; dazu kam der Erlös aus einem Crowdfunding. Die Ausgaben lagen dann aber bald über den Einnahmen, so dass nach zwei Jahren die Schliessung des Zürcher Medienunternehmens drohte. Nach einem dramatischen Appell an die Öffentlichkeit stieg die Zahl der Abonnenten an. Und das Magazin fand bald in ruhigere Gewässer.

Sollten die Schweizer Stimmberechtigten im kommenden Februar das Mediengesetz annehmen, könnte die «Republik» mit Zuschüssen des Bundes rechnen. Welchen Betrag das Magazin bekäme, steht noch nicht fest. «Wir kalkulieren unser Budget rein marktwirtschaftlich», betont Geschäftsleiterin Miriam Walther.

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