#SaveSwissSports

Mehr als 14'000 Unterschriften: Petition fordert Bundesrat zur Aufhebung der 1000er-Grenze im Stadion auf

Es sollen wieder mehr als 1000 Zuschauer an Fussball- und Eishockeyspielen möglich sein, fordert die Petition #SaveSwissSports.

Es sollen wieder mehr als 1000 Zuschauer an Fussball- und Eishockeyspielen möglich sein, fordert die Petition #SaveSwissSports.

Am Mittwoch geht es um viel für den Sport. Der Bundesrat diskutiert, ob er das Verbot für mehr als 1000 Zuschauer aufheben will. Die Fans fordern, dass es durch Schutzkonzepte ersetzt wird.

Es ist ein Trio, das die Petition #SaveSwissSports aus dem Nichts heraus zustande gebracht hat. Am Dienstagnachmittag reicht es die Petition mit über 14'000 Unterschriften ein. Per Mail - und zwar bei allen Bundesräten persönlich und auch bei der Bundeskanzlei.

«Wir hatten innerhalb von 48 Stunden bereits 10'000 Unterschriften», sagt Matthias Leitner. «Das zeigt: Das Interesse in der Bevölkerung ist gross, dass die Sportklubs und die Eventbranche überleben können.» Leitner ist Senior Consultant und war FDP-Kampagnenmanager. Er kennt die Mechanismen in Bundesbern. Und er ist Fan des HC Davos.

Matthias Leitner 2018 als FDP-Kampagnenmanager mit Karin Keller-Sutter, die dann zur Bundesrätin gewählt worden ist.

Matthias Leitner 2018 als FDP-Kampagnenmanager mit Karin Keller-Sutter, die dann zur Bundesrätin gewählt worden ist.

Zum Petitions-Trio gehören auch Fabienne Fisch und Laura Cueni. Fisch war Social-Media-Verantwortliche beim Eishockeyverband Swiss Ice Hockey und bei MySports. Fribourg-Gottéron ist ihr Team. Und Cueni ist Rechtsanwältin, sie unterstützt den SC Bern.

Petition war Auftakt zu einer «Medienoffensive»

Was hat die Petition gebracht? «Seit wir die Petition am Donnerstag lancierten, geschah sehr viel», sagt Leitner. «Sie war der Auftakt für eine eigentliche Medienoffensive. Das Thema bewegt.» Die Petition läuft vorläufig weiter. Leitner: «Wir wissen ja nicht, was der Bundesrat am Mittwoch entscheidet – und ob er entscheidet.»

Die Petition #SaveSwissSports kommt aus dem Eishockey-Bereich, obwohl sie so formuliert ist, dass sie auch für den Fussball und die Kultur- und Eventbranche gültig ist. Es waren Klubs, Spieler, Verbandsleute und Fans aus dem Eishockey, die den mit Abstand grössten Anteil der Unterschriften sammelten.

«Fussball haben wir nicht gleich gut erreicht»

«Den Fussball haben wir leider mit der Petition nicht gleich gut erreicht. Wir hatten auch weniger Kontakt und Feedback dieser Klubs», sagt Leitner. «Den Grund dafür kenne ich aber nicht, vielleicht ist der Leidensdruck im Eishockey höher als im Fussball oder unser Netzwerk war zu einseitig.»

Sein Eindruck aus den letzten Tagen sei es, dass die Fans einsähen, dass «gewisse Massnahmen nötig sind», sagt Leitner. «Sie akzeptieren die Massnahmen zumindest kurzfristig, wollen wieder Spiele sehen und wollen vor allem, dass ihre Klubs überleben.»

Fans haben Bedenken, dass Stehplätze für immer weg sind

Das Hauptbedenken der Fans liege darin, dass die Klubs Stehplätze und Gästesektor unter dem Vorwand der Coronakrise grundsätzlich abschafften. «Die Fans würden es begrüssen, wenn die Klubs den Fans in einem klaren Statement aufzeigen würden, dass diese Massnahmen nicht zum Dauerzustand werden», sagt Leitner. «Sondern zeitlich begrenzt sind bis zum Ende der Coronakrise.»

Dem Trio ist zudem aufgefallen, dass der Sport das politische Lobbying generell unterschätzt hat. «Die Kontakte zur Politik waren sicher da, seit jeher zeigen sich Politiker gerne mit Sportlern», sagt Leitner. «Doch wenn es darauf ankommt, gelten andere Regeln. Jeder muss für seine Interessen weibeln - auch der Sport.» Es sei möglich, dass man im Sport darauf «zu wenig vorbereitet» gewesen sei.

Autor

Othmar von Matt

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