Smartphone-App

Mehr Sicherheit für Auslandreisende: EDA lanciert Smartphone-App

Neue App für Smartphones (Symbolbild)

Neue App für Smartphones (Symbolbild)

Das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) hat eine App entwickelt, die Reisende besser informieren soll. Das Angebot könnte bald schon an Bedeutung gewinnen: Dann nämlich, wenn das neue Auslandschweizergesetz in Kraft tritt.

Das EDA hat sein Angebot für Auslandreisende erweitert. Neben einer Reise-Checkliste, Risikohinweisen zu 176 Ländern, einer Broschüre und der Helpline des EDA gibt es neu auch eine Smarthone-App. Diese ist kostenlos in den Landessprachen Deutsch, Französisch und Italienisch verfügbar und kann sowohl auf dem iPhone als auch auf android-basierten Smartphones genutzt werden.

Zugriff auf die Sicherheitslage

Wie einer Pressemitteilung des EDA zu entnehmen ist, können die Nutzer der App jederzeit auf die aktuellen EDA-Reisehinweise mit Informationen zur Sicherheitslage im Reiseland zugreifen. Auch die Koordinaten der jeweiligen EDA-Vertretungen vor Ort können eingesehen werden und es besteht zudem auch die Möglichkeit, auf die itineris-Plattform zu zugreifen.

Auf dieser Internet-Plattform, die das Aussenministerium vor einem Jahr lanciert hat, können Reisende Angaben zu ihrem Reiseziel, zu allfälligen Mitreisenden sowie zu ihrer Erreichbarkeit hinterlassen. Bisher konnten 20 der rund 25 000 registrierten Personen per SMS über Veränderungen der Sicherheitslage in ihrem Reiseland informiert werden.

Keine uneingeschränkte Hilfe mehr

Dennoch könnte die App schon bald an Bedeutung gewinnen. Zurzeit befindet sich ein neues Auslandschweizergesetz in der Vernehmlassung. Kommt der Entwurf durch, werden sich Reisende künftig nicht mehr darauf verlassen können, dass sie vom Staat uneingeschränkte Hilfe bekommen, wenn sie sich fahrlässig in Gefahr begeben. Im neuen Gesetzesentwurf steht zwar, dass «der Bund Personen, die im Ausland Opfer einer Entführung oder Geiselnahme geworden sind, Beistand leisten kann.»

Es wird jedoch auch festgehalten, dass «der Bund nicht haftet, wenn die betroffene Person Empfehlungen des Bundes missachtet oder sich auf andere Weise fahrlässig verhalten hat.» Die Vernehmlassung dauert noch bis Ende August.

Rund 1000 Einsätze pro Jahr

Der neue Gesetzesentwurf war unter anderem deshalb lanciert worden, weil im Sommer 2011 ein junges Schweizer Paar im Norden Pakistans in die Hände der Taliban gefallen war. Acht Monate wurden sie gefangen gehalten, ehe sie im März 2012 wieder in die Schweiz kamen. Die Unvorsichtigkeit der beiden Schweizer hatte die Behörden viel Geld und Arbeit gekostet. Es wurden daher Stimmen laut, die eine Anpassung des Gesetzes gefordert hatten.

Auch Aussenminister Didier Burkhalter hatte sich kritisch geäussert. «Es ist vor allem eine Selbstverantwortungsfrage und was den Staat angeht, müssen wir jetzt auch prüfen, wie weit er sich engagieren soll in solchen Fällen», sagte Burkhalter damals gegenüber dem SRF. Das EDA hat allein im letzten Jahr weltweit bei rund tausend Ereignissen betroffenen Schweizern im Rahmen des konsularischen Schutzes Hilfe geleistet. Dabei ging es primär um Unfälle, Krankheits- und Todesfälle sowie um Verhaftungen.

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