Kommentar

Mit 5G-Highspeed: Die Swisscom rast von Netzpanne zu Netzpanne

Swisscom-CEO Urs Schaeppi sprach im April 2019 an einer Medienkonferenz über die Anwendungen von 5G-Netzen.

Swisscom-CEO Urs Schaeppi sprach im April 2019 an einer Medienkonferenz über die Anwendungen von 5G-Netzen.

Die Swisscom will die Schweiz mit seinem 5G-Internet voranbringen. Doch in diesem Jahr fiel das Netz bereits dreimal aus. Der Telekomkonzern beherrscht sein Kerngeschäft nicht mehr. Der Kommentar.

Die Swisscom verfolgt eine Mission: Die Schweiz soll zu einem der bestvernetzten Länder der Welt werden. Über den neuen mobilen Internetstandard 5G sollen Daten bis zu zehn Mal schneller strömen als über aktuelle Glasfasernetze, verspricht der Konzern. Alle Geräte sollen quasi in Echtzeit miteinander kommunizieren. Damit will die Swisscom den Grundstein für das autonome Fahren und für die Industrie 4.0 legen.

Doch die meisten Menschen sehnen sich nicht nach dieser schönen, neuen Tech-Welt. Sie wären schon zufrieden, wenn sie ohne Störung telefonieren und mailen könnten. Am Mittwochvormittag war das wieder einmal nicht möglich. Es war bereits der dritte Ausfall des Swisscom-Netzes in diesem Jahr. So unverzeihlich die peinliche Pannenserie auch ist, sie kommt nicht überraschend. Je elaborierter die Technologie, desto störungsanfälliger wird sie auch.

Der Widerstand gegen die 5G-Antennen zeigt, dass es für die Swisscom schwierig ist, ihre Kunden vom Nutzen einer hochvernetzten Schweiz zu überzeugen. Die derzeitigen Netzausfälle erschweren das weiter. Man stelle sich vor, autonome Autos kurven, über das Pannennetz verbunden, durch die Städte! Das Verkehrschaos wäre perfekt. Wenn die Swisscom die Schweiz technologisch voranbringen will, muss sie zuerst zeigen, dass sie ihr Kerngeschäft beherrscht. Ein Anfang wäre gemacht, wenn die Kunden störungsfrei telefonieren könnten.

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