Kommentar

Mit dem Ja zum Vaterschaftsurlaub steht die Tür zur Elternzeit einen Spaltbreit offen – aber allzu schnell wird sie nicht kommen

Die Jung-Väter erhalten einen zweiwöchigen Urlaub.

Die Jung-Väter erhalten einen zweiwöchigen Urlaub.

Nach der Abstimmung ist vor der nächsten Debatte: Mit der Annahme des Vaterschaftsurlaubs kommt nun die Elternzeit aufs Parkett.Die Privatwirtschaft und einzelne Kantone könnten eine gesamtschweizerische Lösung vorspuren.

Ein deutliches, aber kein berauschendes Ja: 60 Prozent der Bevölkerung wollen einen zweiwöchigen Vaterschaftsurlaub - trotz coronabedingt düsterer Wirtschaftslage. Es ist ein Signal für eine zeitgemässere Gesellschaftspolitik und eine bessere Gleichstellung von Mann und Frau.

Die Befürworter einer weitreichenderen Elternzeit-Regelung hatten auf ein klareres Ja gehofft, um Rückenwind für ihr Anliegen zu erhalten.

Ein Übungsabbruch steht ausser Frage: Im Sommer 2021 soll die Unterschriftensammlung für eine Initiative für 32 Wochen Elternzeit starten. Ob eine dermassen weitreichende Initiative ein Volks- und vor allem ein Ständemehr finden wird, ist fraglich.

Doch bis sie an die Urne kommt, vergehen wohl mindestens fünf Jahre. Bis dann steht die Welt nicht still: In der Privatwirtschaft werden mehr Firmen ihren Angestellten Elternzeit bieten, einzelne Kantone könnten mit Elternzeit-Regeln vorangehen. Das könnte dereinst den Weg für eine gesamtschweizerische Kompromisslösung ebnen.

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