Wahlen 2019

Nach Abwahl von Heinz Brand: SVP setzt auf die junge Generation

David Zuberbühler, Diana Gutjahr und Christian Imark. (Bilder: PD)

David Zuberbühler, Diana Gutjahr und Christian Imark. (Bilder: PD)

Die SVP sucht neue Kandidaten für das Nationalratspräsidium. Diana Gutjahr, David Zuberbühler und Christian Imark haben gute Karten.

Die Krönung seiner Politkarriere bleibt ihm versagt. Heinz Brand verpasste die Wiederwahl als Nationalrat – und wird damit auch nicht höchster Schweizer. In der Wintersession 2020 wäre der 64-jährige Bündner SVP-Politiker, derzeit zweiter Vizepräsident des Nationalrats, zum Präsidenten gewählt worden.

Zu Beginn der Wintersession wählt der Nationalrat jeweils das Personal fürs Nationalratspräsidium. Nach Brands Ausscheiden beginnt für die SVP die Suche nach einer neuen Kandidatin oder einem neuen Kandidaten.

Nach ersten Gesprächen in der Führungsriege zeichnet sich ab: Die wählerstärkste Partei tendiert dazu, einen Vertreter der jungen Generation auf den prestigeträchtigen Posten zu hieven. Dies bestätigt Marcel Dettling, Schwyzer SVP-Nationalrat und Mitglied der Parteileitung. Auch Namen kursieren bereits. Gute Aussichten haben die 35-jährige Diana Gutjahr (TG), der 37-jährige Christian Imark (SO) und der 40-jährige David Zuberbühler (AR). Sie sind alle Unternehmer.

Diana Gutjahr. Bild: Keystone

Diana Gutjahr. Bild: Keystone

Diana Gutjahr erzielte im Kanton Thurgau das beste Wahlresultat. Die Frage, ob sie sich zur Verfügung stellen würde, mag sie derzeit noch nicht mit Ja oder Nein beantworten. Sie lasse sich aber die Möglichkeit durch den Kopf gehen.

Christian Imark. Bild: Keystone

Christian Imark. Bild: Keystone

Bereits über Erfahrung als Ratspräsident verfügt Christian Imark. Er präsidierte 2012 das Solothurner Kantonsparlament. «Das Nationalratspräsidium würde mich interessieren», sagt Familienvater Imark. Doch er wolle niemandem vor der Sonne stehen. Imark könnte es gut verstehen, wenn ein alt gedientes Ratsmitglied zum Zug käme. Imark tritt zudem zum zweiten Ständeratswahlgang an. Wenn der bestgewählte Solothurner Nationalrat den Einzug in die Kleine Kammer schaffen sollte, käme das Amt als höchster Schweizer ohnehin nicht mehr in Frage.

Stichentscheid bei Stimmengleichheit

David Zuberbühler. Bild: Keystone

David Zuberbühler. Bild: Keystone

David Zuberbühler stellte sich bereits einmal einer parteiinternen Ausmarchung, unterlag aber vor einem Jahr in der letzten Runde Heinz Brand. Zuberbühler würde das Nationalratspräsidium reizen. Ob er den Hut nochmals in den Ring wirft, hat er indes noch nicht entschieden. Er müsse sich das gut überlegen, sagt er.

Der Grund: Als Vater zweier Söhne im Schulalter, als Unternehmer und Milizpolitiker ist seine Agenda bereits jetzt sehr voll. Offen bleibt, ob andere SVP-Nationalräte Interesse anmelden. Vor einem Jahr kandidierten neben Zuberbühler und Brand zwei Landwirte: Der 60-jährige Andreas Aebi (BE) und der 59-jährige Pierre-André Page (FR).

Die aktuelle Nationalratspräsidentin heisst Marina Carobbio. Die Tessiner SP-Politikerin, welche auf Italienisch durch die Ratsdebatten führte, wird am ersten Tag der Wintersession von der Waadtländer FDP-Nationalrätin Isabelle Moret abgelöst. Die Ratspräsidentin oder der Ratspräsident äussert sich in der Regel nicht zu Sachgeschäften. Bei Stimmengleichheit fällt er oder sie aber den Stichentscheid.

Autor

Kari Kälin

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