Bergbahnen

Nach dem Tourismusgipfel: Die Maskenpflicht gilt im Coronawinter – doch sind Schals die neue Geheimwaffe?

Die Wintersaison muss gut geplant werden.

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In Bern setzt sich der Bundesrat zusammen mit Vertretern der sogenannten Tourismus-Allianz, ein loser Verbund von 11 touristischen Verbänden. Diese sollten vor dem bevorstehenden Corona-Winter ihre Situation schildern können.

Eines scheint für den Corona-Winter derzeit bereits unbestritten, wie es vom Verband «Seilbahnen Schweiz» heisst: «In den Bergbahnen mit geschlossenen Fahrzeugen gilt die Maskenpflicht», sagt Direktor Sepp Odermatt. «So wie es auch sonst der Fall ist im öffentlichen Verkehr.»

Allenfalls könne man darüber diskutieren, ob man dem Beispiel einiger österreichischer Bergbahnen folgen wolle. Dort kommen sogenannte «Buffs» zum Einsatz: spezielle Hals- oder Schlauchschals, die man bis über die Nase ziehen kann und die angeblich die gleiche Wirkung haben wie Masken. Odermatt: «Das muss aber das BAG entscheiden, ob solche Schals ein Ersatz sein können.»

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Hingegen sind Kapazitätsgrenzen aktuell für den Verband «Seilbahnen Schweiz» kein Thema und würden nicht diskutiert. Odermatt stellt sich Spekulationen entgegen, wonach der Verband bereits plane, die Personenzahlen für Bahnen zu beschränken. Odermatt: «Es gilt die Maskenpflicht, Punkt.»

Wiederholung vom letzten Winter vermeiden

«Ob Verschärfungen nötig werden – das wird sich im Verlaufe des Winters zeigen», sagt Odermatt. Wichtig sei, dass allfällige neue Massnahmen geordnet eingeführt werden. Dafür habe man am dritten Tourismusgipfel die Grundlagen gelegt.

Eine Wiederholung der Vorfälle vom letzten Winter wollen wohl Bundesrat wie Branche unter allen Umständen vermeiden.

Letzten Winter mussten die Bahnen von einem Tag auf den anderen den Betrieb einstellen. Mitte März war Schluss. Einige Skigebiete wurden von der abrupten bundesrätliche Kommunikation auf dem falschen Fuss erwischt. In der damaligen Verordnung kam das Wort Seilbahnen gar nicht vor, nur in den Erläuterungen. Und zwischenzeitlich war diese Verordnung online nicht mehr abrufbar.

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Ein «fragwürdiger» Rüffel vom Bundesrat

So führten einige Bahnen den Betrieb fort – und fingen sich prompt einen Rüffel von Gesundheitsminister Alain Berset ein. «Das ist illegal und hat vielleicht auch Konsequenzen».

Diesen Rüffel liessen sich wiederum nicht alle bieten. Vom Nidwaldener Ständerat und Präsident von Seilbahnen Schweiz, Hans Wicki, kam damals ein Konter: die bundesrätliche Wortwahl sei «fragwürdig» und «vermutlich auch für einen Bundesrat nicht wirklich angebracht». Dennoch setzte sich Berset durch. Mit etwas Verspätung schlossen alle Skigebiete.

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