Coronakrise

Nach Lockdown: Bergbahnen nehmen Betrieb wieder auf – doch eine streikt

Stürmischer Empfang auf dem Jungfraujoch

Stürmischer Empfang auf dem Jungfraujoch.

Seit Samstag dürfen auch Freibäder, Schiffe oder Bergbahnen nach dem coronabedingten Betriebsverbot wieder öffnen. Doch das Wetter macht vielen einen Strich durch die Rechnung. Und eine Bahn will gar nicht.

(sat/inf) Als wohl erste Bergbahn hat am Samstag die Stanserhornbahn den Betrieb nach dem Lockdown um 4.30 Uhr wieder aufgenommen. Angesagt war eine Sonnenaufgangfahrt. Die ersten Gondeln waren denn auch gut gefüllt mit den gut 100 Gästen. Und sie wurden von Direktor Jürg Balsiger persönlich mit einem Juchzer in die Dunkelheit losgeschickt. Doch danach flachte der Ansturm ab. Das Wetter.

Von besserem Wetter, als man es unten erwarten würde, spricht Michael Wehrli, Technischer Leiter der Säntis-Schwebebahn. «Immer wieder scheint hier oben die Sonne durch.» Doch weil sich Gäste lieber auf Wetterprognose statt Webcams verlassen würden, halte sich der Ansturm der Gäste bislang in Grenzen. Und Wehrli sagt zu CH Media: «Das Sicherheitskonzept funktioniert absolut problemlos.» Von Gästen gebe es kaum Fragen. Und ja, dass es nun wieder los geht, freut den Bahnbetreiber vom Säntis. «Auf diesen Moment habe ich sehr lang gewartet.»

«Schade um die zwei schönen, verlorenen Monate»

Seit Samstag ist auch der höchstgelegene Bahnhof Europas wieder für das Publikum offen. «Das Jungfraujoch gehört für den Moment nur den Schweizern», lässt sich Direktor Urs Kessler in einer Mitteilung zitieren. Dies weil die sonst äusserst zahlreichen Gäste aus Asien, Indien und dem arabischen Raum derzeit dem Berner Oberland fernbleiben müssen. Doch die Einheimischen zog es vorerst nur vereinzelt auf 3454 Meter über Meer. Wem das stürmische Wetter egal war, wurde immerhin mit einer «Welcome-back-Fahne» begrüsst. Und zur Wiedereröffnung durchschnitt Kessler zu Alphornklängen standesgemäss ein rotes Band.

Jungfraubahnen-Direktor Urs Kessler (Mitte) feiert die Wiedereröffnung des Jungfraujochs am Samstag mit Marc Trauffer und Francine Jordi.

Jungfraubahnen-Direktor Urs Kessler (Mitte) feiert die Wiedereröffnung des Jungfraujochs am Samstag mit Marc Trauffer und Francine Jordi.

Auch auf dem Solothurner Hausberg Weissenstein hielt sich der Ansturm nach dem Lockdown am Samstag vorerst in Grenzen. «Noch zählen wir unter 100 Eintritten», sagte am Mittag Konrad Stuber zu CH Media. Bei dem Wetter sei das allerdings nicht anders zu erwarten gewesen. «Schade um die zwei schönen, verlorenen Monate», ergänzte Stuber. «Aber jetzt freuen wir uns auf die Betriebswiederaufnahme und besseres Wetter.»

Nach Corona geht am Gurten vorerst Nichts mehr

Null Gäste muss derweil die Standseilbahn auf den Gurten vermelden. Denn die touristische Verbindung auf den Berner Hausberg hat nach dem behördlich angeordneten Betriebsverbot am Samstag noch gar nicht wieder erst starten können. Dies wegen eines «kleinen technischen Defekts», wie Bernmobil auf Twitter meldet. Allenfalls werde die Gurtenbahn am Sonntag wieder laufen. Vorübergehend sei jedoch ein Busbetrieb eingerichtet worden.

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