Wahlen 2011
Neo-Nationalrat hilft der CVP aus der Verlegenheit mit den Bauern

Per Ende 2012 tritt Hansjörg Walter (SVP/TG) als Präsident des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) zurück. Bis am Sonntag hatte die CVP keinen Anwärter für den Posten Jetzt hat sie einen, dafür ist die SVP ihren Kronfavoriten los.

Karen Schärer
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Markus Ritter mti Blumenstrauss nach erfolgter Wahl. Winkt ihm schon bald ein weiterer Strauss?

Markus Ritter mti Blumenstrauss nach erfolgter Wahl. Winkt ihm schon bald ein weiterer Strauss?

Keystone

Per Ende 2012 tritt Hansjörg Walter (SVP/TG) als Präsident des Schweizerischen Bauernverbands (SBV) zurück. Turnusgemäss darf die CVP den nächsten höchsten Bauern stellen - und die Partei erhebt auch Anspruch auf das Amt, wie Präsident Christophe Darbellay bekräftigt hat. Doch das Thema war der CVP bisher unangenehm: Es fehlte ihr an valablen Kandidaten, nämlich bäuerlichen National- oder Ständeräten, die Erfahrung in Verbandsführung mitbringen.

Amt reizt den Biobauern

Die Wahl von Markus Ritter (CVP/SG) in den Nationalrat hilft der CVP aus der Verlegenheit: Ritter ist nicht nur ein «mit Herzblut» praktizierender Bauer «mit Bodenhaftung», wie er sagt, sondern auch Präsident des St. Galler Bauernverbands und Mitglied des SBV-Vorstands. Zwar wird das präzise Anforderungsprofil für den neuen Bauernpräsidenten erst im Januar durch eine verbandsinterne Findungskommission erarbeitet. Doch klar ist: Ritter ist ein heisser Kandidat. Der 44-jährige Biobauer sagt: «Das Amt interessiert mich.»

Der seit dem Jahr 2000 amtierende Walter tritt zwar erst Ende nächstes Jahr zurück. Doch als voraussichtlicher Nationalratspräsident 2012 kann er seine Aufgabe als Chef-Lobbyist der Bauern im Parlament nicht mehr voll wahrnehmen. Diese Aufgabe soll interimistisch der amtierende SBV-Direktor, Nationalrat Jacques Bourgeois (FDP/FR), übernehmen. Markus Ritter will ihn dabei unterstützen - und könnte sich dabei für das Präsidium schon mal warmlaufen.

SVP will Amt nicht abgeben

Das Rotationsprinzip unter den bürgerlichen Parteien (SVP, FDP, CVP) an der Spitze des Bauernverbands sei ein ungeschriebenes Gesetz, sagt Ritter. Bereits hat denn auch die SVP bedeutet, dass sie das Amt weiterhin besetzen will. Allerdings gehen ihr nun die Kandidaten aus. Mit der Abwahl von Ernst Schibli (SVP/ZH) ist allerdings einer der ins Spiel gebrachten möglichen Kandidaten am Wochenende abgewählt worden.

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