Inland/Schweiz

Neues Jagdgesetz: Bevölkerung entscheidet über Schutzwürdigkeit des Wolfes

Sind vom neuen Jagdgesetz nicht betroffen: Bären und Wölfe im Tierpark Goldau. Ihre Artgenossen gelangen nach erfolgreichem Referendum vors Volk.

Sind vom neuen Jagdgesetz nicht betroffen: Bären und Wölfe im Tierpark Goldau. Ihre Artgenossen gelangen nach erfolgreichem Referendum vors Volk.

Das Stimmvolk wird entscheiden, ob der Schutz des Wolfes gelockert werden soll. Umweltverbände und Tierschützer haben 65'000 Unterschriften für ein Referendum gegen das Jagdgesetz eingereicht.

(rwa/sat) Das Referendum gegen das überarbeitete eidgenössische Jagdgesetz ist eingereicht. Umweltverbände und Tierschutzorganisationen haben am Montag bei der Bundeskanzlei in Bern laut eigenen Angaben 65'000 beglaubigte Unterschriften eingereicht. Beim Komitee «Jagdgesetz Nein» seien sogar rund 100'000 Unterschriften eingegangen, teilte Pro Natura im Namen des Komitees mit. Nötig für das Zustandekommen des Referendums sind 50'000 gültige Unterschriften.

Laut dem Komitee zeigt die hohe Zahl der eingereichten Unterschriften den breiten Widerstand in der Bevölkerung. Das neue Gesetz schwäche den Schutz gefährdeter Tierarten, kritisieren die Gegner. So könnten etwa Wölfe künftig auf Vorrat abgeschossen werden, ohne dass sie Schaden verursacht hätten. Zudem könnte der Bundesrat weitere geschützte Arten wie den Luchs oder den Biber auf die Abschussliste nehmen.

In der Schweiz ist die Jagd einerseits auf Bundesebene im Gesetz über die Jagd und den Schutz wildlebender Säugetiere und Vögel geregelt. Dieses ist 1986 in Kraft gesetzt und letztmals im vergangenen Dezember vom Bundesparlament angepasst worden. Gegen diesen Entscheid haben Umweltverbände und Tierschutzorganisationen das Referendum ergriffen. Kantone regeln weitere Details in ihren jeweiligen kantonalen Jagdgesetzen, Verordnungen oder Verfügungen.

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