Astag

«Nicht die Faust im Sack machen!»

Der SVP-Nationalrat ist Zentralpräsident der Astag Schweiz.

Astag

Der SVP-Nationalrat ist Zentralpräsident der Astag Schweiz.

Generalversammlung des Solothurner Nutzfahrzeugverbands Astag stand im Zeichen der Selbsthilfe Neben Transpörtlern aus dem ganzen Kanton erschien beim Nutzfahrzeugverband Astag, Sektion Solothurn, auch Zentralpräsident Adrian Amstutz. Die Anwesenden wurden aufgerufen, sich vermehrt in der Politik zu engagieren.

Remo Hess

Ein sichtlich gut gelaunter Präsident, Peter Eggenschwiler, begrüsste die Mitglieder und Gäste der Solothurner Astag-Sektion zur Generalversammlung (GV) in Balsthal. Er schilderte die Tätigkeiten des Vorstandes während des turbulenten Jahres 2008: Neben den Zusammenkünften mit Vertretern von Behörden und anderen Verbänden konzentrierte der Vorstand seine Arbeit vor allem im Themenbereich Lehrlinge/Grundausbildung. Die Situation sehe nämlich im Kanton Solothurn, mit insgesamt 24 Lehrlingen in den drei Lehrjahren alles andere als rosig aus, so Eggenschwiler. Die Verbesserung der Lehrlingssituation sei dem Vorstand deshalb ein zentrales Anliegen. Im Jahresbericht 2008 betonte Eggenschwiler weiter die Notwendigkeit einer aktiven Verbandsarbeit. Diese beinhalte die Beteiligung der Mitglieder in Politik und Meinungsbildung, namentlich im Gemeinde- und Kantonsrat. Eggenschwiler: «Es nützt nichts, die Faust im Sack zu machen. Wir müssen lernen, uns für unsere Interessen starkzumachen. Unsere Branche hat dies zu lange vernachlässigt.»

Lehrlingssituation verbessern

Urs Schmid, Geschäftsführer des Lehrbetriebsverbunds Mittelland, stellte in seinem Kurzreferat den Nutzen dar, der ein Betrieb aus den Diensten des Lehrverbundes ziehen könne. Dieser biete den Betrieben neben der Selektion der Lernenden die nötige schulische und soziale Betreuung während der gesamten Grundausbildung. Dies bedeute für die Betriebe eine administrative Entlastung und ein verbessertes Lernangebot für die «Stifte». Präsident Eggenschwiler legte den Astag-Mitgliedern ans Herz, einen Beitritt zu diesem Lehrverbund zu prüfen. Als ein Bekenntnis der Astag Solothurn zum Lehrbetriebsverbund Mittelland wählten die Mitglieder in der nachfolgenden Wahl Urs Schmid in den Vorstand.

Weiter im Zeichen der Nachwuchsförderung wurde der Fonds für Berufsbildung und Imageförderung umbenannt in Fonds für Grundausbildung und Imageförderung. Sein Geltungsbereich wurde zudem neu definiert und Anreize für Betriebe geschaffen, welche sich in der Lehrlingsausbildung engagieren, beispielsweise mit der Vergütung überbetrieblicher Kurse.

Amstutz: Staatskritische Rede

Zum Abschluss der GV hielt Astag-Zentralpräsident Amstutz ein Referat mit dem Titel: «Die Transportbranche im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und politischen Zwängen», wobei er gleich zu Beginn klarmachte, dass das Wort «Zwänge» eigentlich durch «Zwängereien» zu ersetzen wäre, denn was in Bundesbern im Zusammenhang mit dem Strassentransport abgehe, habe nichts mit Zwängen, sondern eben mit Zwängerei zu tun, so Amstutz.


Es folgte ein staatskritisches Referat, in dessen Zentrum vor allem die Kritik an der LSVA und deren Erhöhung stand. Der geschickte Rhetoriker vermochte die Anwesenden argumentativ zu überzeugen und Sachzusammenhänge in vereinfachender Weise aufzuzeigen. So beschrieb er den Missstand, dass nun aufgrund der Wirtschaftskrise über LSVA-Ausfälle von rund 200 Mio. Franken geklagt werde, obwohl doch das Ziel der LSVA sei, dass weniger gefahren werde. Folglich sei das wahre Ziel der LSVA nicht der Umweltschutz oder die Bahnverlagerung, sondern das Abkassieren. Amstutz rief die Mitglieder auf, ihre Einsprachen monatlich und termingerecht bei der Oberzollverwaltung einzureichen, in der Hoffnung, der angestaute Papierberg möge die Herren zur Vernunft bringen.

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