Schweiz

Nicht dringende Operationen sollen wieder erlaubt werden

Weil die Spitäler ihre Kapazitäten auf die Bekämpfung des Coronavirus konzentrieren mussten, wird in vielen Operationssälen derzeit nicht mehr gearbeitet. (Symbolbild)

Weil die Spitäler ihre Kapazitäten auf die Bekämpfung des Coronavirus konzentrieren mussten, wird in vielen Operationssälen derzeit nicht mehr gearbeitet. (Symbolbild)

Wegen des Coronavirus können derzeit nur dringende Operationen in Spitäler durchgeführt werden. Das führt zu grossen Verlusten und zu Kritik bei den betroffenen Spitäler.

(mg) Die Privatklinikgruppe Swiss Medical Network kritisiert den durch den Bundesrat verordneten Aufschub von Wahleingriffen. Dabei handelt es sich um Operationen, die auch zu einem späteren Zeitpunkt durchgeführt werden können. «Aus Angst vor den Folgen werden viele Operationen zum Nachteil der Patienten, deren Gesundheitszustand sich verschlechtert, verschoben», schreibt das Swiss Medical Network in einer Mitteilung vom Samstag.

Erschwerend komme dazu, dass die Kantone das Bundesverbot unterschiedlich auslegen. So würden mancherorts nur Operationen zugelassen, die «nicht länger als drei Monate aufgeschoben werden können, ohne das Leben des Patienten zu gefährden.» Die eigentliche Verordnung sei aber gar nicht so streng, urteilt die Klinikgruppe. Sie fordert daher «eine Anpassung dieser Vorkehrungen ohne jedoch den Kampf gegen die Pandemie und deren mögliches Wiederaufflammen zu beeinträchtigen.»

Der verordnete Eingriffsstopp wird auch von Orsola Vettori, der Leiterin des Spitals Zollikerberg, geäussert. In einem Interview mit dem «Tages-Anzeiger» sagt sie: «Wir mussten uns auf einen Ansturm vorbereiten. Aber dieser ist nicht gekommen.» Die Intervention des Bundesrates sei rechtzeitig erfolgt und die Bevölkerung halte sich an die Massnahmen. «Es wäre deshalb Zeit, den Stopp von nicht dringend angezeigten medizinischen Eingriffen und Therapien zu beenden», so Vettori, sonst habe man bald ein Problem. Die Spitäler hätten derzeit wegen den Coronamassnahmen zusätzliche Kosten, aber deutlich weniger Einnahmen.

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