Panther
Nun tigert eine schwarze Katze vor den Toren Berns herum

Das «pantherähnliche Tier» scheint Solothurn und den Oberaargau definitiv verlassen zu haben. Eine Frau will das Tier in ihrem Garten in Urtenen-Schönbühl im Norden von Bern gesehen haben. Ein Beweis fehlt aber nach wie vor.

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Ein Fell wie Samt, aber Zähne und Krallen, mit denen nicht zu spassen ist: Schwarzer Panther. HO

Ein Fell wie Samt, aber Zähne und Krallen, mit denen nicht zu spassen ist: Schwarzer Panther. HO

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Er halte den Hinweis der Frau aus Urtenen-Schönbühl im Norden der Stadt Bern für glaubwürdig, so der bernische Jagdinspektor Peter Juesy zur az. Wie der Blick in seiner Ausgabe von heute berichtete, hat sie am Freitagabend in ihrem Garten ein mageres, aber «riesiges, schwarzes Tier mit einem langen Schwanz» gesehen, das über «einen grossen Stein geschlichen» sei.

Die von ihr alarmierte Polizei habe aber trotz Durchleuchtung des Gartens keine Spur von einem solchen Tier gefunden. Der strömende Regen verwischte alle Spuren, den die Raubkatze hinterlassen haben könnte. Doch für Peter Juesy ist es plausibel, dass es sich um einen Panther handelte. Denn bisher habe noch niemand das Tier aus solcher Nähe gesehen. Der Jagdinspektor zur az: «Uns fehlt nach wie vor der DNA-Beweis». Dank mehreren Afrika-Aufenthalten wisse die Frau aber, wie eine Raubkatze aussehe.

Der Panther auf Wanderschaft: Hier will man ihn gesehen haben: Kestenholz, Erschwil, Thunstetten, Urtenen-Schönbühl

Der Panther auf Wanderschaft: Hier will man ihn gesehen haben: Kestenholz, Erschwil, Thunstetten, Urtenen-Schönbühl

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Sehnte sich der Panther nach Ruhe?

Die grosse Katze, die Spaziergänger und ein Wildhüter also zuerst im solothurnischen Kestenholz und später im Oberaargau gesehen haben wollen, scheint nun durch die Wälder um Bern zu streifen.

Doch warum hat die Katze die Kantonsgrenze überschritten? Der Wildtierbiologe Mark Struch, der für das solothurnische Amt für Jagd und Fischerei arbeitet, vermutet, dass Jagdlärm das Tier aus den Wäldern Solothurns ins Bernbiet verscheucht haben könnte. Im Kanton Solothurn bliesen die Jäger nämlich seit dem 1. Mai zur Jagd. In den Berner Wäldern ist es dagegen noch ruhig: Dort beginnt die Jagd nämlich frühestens am 2. August, auf Wildschweine.

So dürfte vorerst die Jagd der Medien und der abenteuerlustigen Spaziergänger nach neuesten Geschichten und Schnappschüssen weitergehen. Doch auch die Wildhüter jagen das Tier. Ihr Ziel: Ein «Wegfang», wie es Mark Struch nennt. Denn obwohl ein Panther problemlos in den Schweizer Wäldern überleben und gar überwintern könne - die Gattung der Leoparde (ein Panther ist ein sogenannter Schwärzling) sei in Mittel- und Westeuropa längst nicht mehr heimisch.

Fallen bleiben vorerst bei Kestenholz

In Bern wartet man auf einen weiteren, brauchbaren Hinweis auf das Raubtier. Erst dann, so Juesy, würden Fallen aufgestellt. Vorerst bleiben diese also noch in den Wäldern bei Kestenholz stehen. Und das, obwohl die Fotofallen laut Struch bisher erst ein paar Füchse und Milane abgelichtet haben und die Kastenfalle noch gar kein Tier anzulocken vermochte. (dfu)

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