Hochwasser

Nur noch Bielersee hat kritisches Hochwasser – aber Grundwasser drückt

Die Pegel von Neuenburger- und Murtensee sinken. Nur noch der Bielersee (Bild) überschreitet die Hochwassergrenze.

Die Pegel von Neuenburger- und Murtensee sinken. Nur noch der Bielersee (Bild) überschreitet die Hochwassergrenze.

Die Menschen in den bernischen Hochwassergebieten – und auch an den Flüssen in der Nordwestschweiz – können durchatmen: Die Pegelstände gehen zurück und der Donnerstag bleibt trocken. Am Thunersee warnt aber vor steigendem Grundwasserdruck.

Über der Hochwassergrenze lag am Morgen nur noch der Bielersee. Doch auch hier hat sich die Lage seit Mittwoch gebessert, weil der Kanton Bern nun mehr Wasser als reglementiert ablassen darf. Lag der Pegel am Mittwoch noch 19 Zentimeter über der Hochwassergrenze, waren es am Donnerstagmorgenimmer noch 10 Zentimeter. Die Situation rund um den Bielersee bleibe kritisch, teilte Regierungsstatthalter Philippe Chételat mit.

Der Pegelstand des Bielersees ist also im Sinken begriffen - dank der trockenen Witterung und der grösstmöglichen Öffnung der Reguliertore in Brügg. Für eine Entwarnung ist es aber noch zu früh.

Nach wie vor dürfen keine Schiffe verkehren. Das Schifffahrtsverbot wird voraussichtlich auch über das Wochenende aufrecht erhalten.

Hochwasser-Lage im Mittelland hängt von Bieler Schleuse ab

Hochwasser-Lage im Mittelland hing am Mittwoch noch von Bieler Schleuse ab.

Bund und Kantone hatten sich am Mittwoch auf einen erhöhten Abfluss aus dem Bielersee verständigt. Da sich das Wetter in den kommenden Tagen etwas beruhigt, halten die Beteiligten die Massnahme für verkraftbar. Wenn es die Witterungslage erfordert, wird der Abfluss zum Schutz der Unterlieger wieder gedrosselt.

Entwarnung am Neuenburgersee

Entwarnung am Neuenburgersee

Bis die Pegel der Seen und der Aare in den Hochwassergebieten wieder auf einem normalen Stand sind, dürfte es laut Bundesamt für Umwelt noch einige Wochen dauern. 

Grundwasserpegel reagiert verzögert

Der Thunersee hatte am Donnerstag nach 8 Uhr die Schadensgrenze von 558.30 Metern unterschritten. Der Grundwasserpegel reagiert allerdings stark verzögert auf den Wasserdruck des Sees und dürfte erst in einigen Tagen seinen Höchststand erreichen. 

Das Gemeindeführungsorgan empfiehlt deshalb den Einwohnern, die Kellerräume weiterhin zu überwachen. Diese Empfehlung bezieht sich nicht nur auf ufernahe Gebäude, sondern auf das ganze Stadtgebiet. Autos sollten noch nicht in die Tiefgaragen zurückgestellt werden.

Nach wie vor bestehe Hochwassergefahr, hält die Stadt Thun fest. Doch angesichts des prognostizierten trockenen Wetters bis Freitag sei die Lage stabil.

Die Seepolizei, das städtische Tiefbauamt und die Kanderkies AG entfernten auch am Donnerstag Schwemmholz im Uferbereich zwischen Kanderdelta, Bonstetten- und Schadaupark sowie beim Einlass zum Hochwasser-Entlastungsstollen. Dieser ist weiter in Betrieb.

Drohnenaufnahmen zeigen Überschwemmungen 2015 beim Wasserschloss.

Drohnenaufnahmen vom Mittwoch zeigen Überschwemmungen beim Wasserschloss im Aargau

(edi/sda)

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