Sans-Papiers

«Opération Papyrus»: 2390 Sans-Papiers erhalten in Genf eine neue Chance

Seit drei Jahren dauert die Opération Papyrus in Genf bereits.

Seit drei Jahren dauert die Opération Papyrus in Genf bereits.

Der Kanton Genf zieht Bilanz seiner drei Jahre dauernden «Opération Papyrus». Ziel des Projekts war es, den Aufenthaltsstatus von Sans-Papiers in der Rhonestadt zu regulieren. Fast 2400 Personen haben davon profitiert.

(wap) Drei Jahre nach dem Projektstart hat Genf am Freitag seine Bilanz der «Opération Papyrus» veröffentlicht. In einem schweizweit bislang einzigartigen Unterfangen hat der Kanton dabei versucht, Menschen mit ungeregelten Aufenthalts- und Arbeitsverhältnissen ausfindig zu machen und deren Status im Rahmen der geltenden Härtefallklausel zu regularisieren. Insgesamt konnten so 2390 Sans-Papiers aus der Anonymität geholt werden, teilte die Staatskanzlei mit. Darunter seien 437 Familien mit insgesamt 727 Kindern sowie 24 kinderlose Paare und 939 Alleinstehende.

Die Aktion richtete sich insbesondere gegen die bei Sans-Papiers verbreitete Schwarzarbeit. Betroffene, die sich zur Regularisierung ihres Aufenthaltsstatus gemeldet haben, waren denn auch vor allem Personen, die im Bereich Hauswirtschaft schwarz gearbeitet hatten, etwa als Haushaltshilfen oder Putzfrauen. Das Projekt der Genfer sprach aber auch die Arbeitgeber an: Sie erhielten Gelegenheit, bestehende Arbeitsverhältnisse gesetzeskonform umzugestalten, ohne dabei für vergangene Verfehlungen belangt zu werden.

Indem die Arbeitsverhältnisse der Sans-Papiers nun geregelt worden sind, seien den Sozialversicherungen insgesamt 5,7 Millionen Franken zusätzlich zugeflossen, bilanziert der Kanton Genf. Zu einer Mehrbelastung der Sozialwerke sei es dagegen nicht gekommen. Konkret wurden weniger als ein Prozent der Regularisierten zu Sozialhilfebezügern, wie aus den am Freitag publizierten Auswertungen hervorgeht.

Kampf dem Missbrauch in allen Formen

Ziel der Operation sei es gewesen, die Situation der Sans-Papiers mit Pragmatismus anzugehen und so ein Stück Ordnung in eine Welt zu bringen, in der die Illegalität allen Formen des Missbrauchs Tür und Tor öffne. Dies sei erreicht worden, hält der Kanton fest. Und das komme nicht nur den insgesamt 2390 Regulierten zugute, sondern der gesamten Gemeinschaft, halten die Genfer Behörden in ihrer Bilanz fest.

Die Erkenntnisse aus dem Kanton Genf werden nun auch in die Bundespolitik einfliessen. Für dieses Jahr wird ein Bericht des Bundesrates zum Thema Sans-Papiers erwartet. Er soll aufzeigen, welche Möglichkeiten die Regierung für den künftigen Umgang mit integrierten, aber formell nicht legal in der Schweiz lebenden Menschen sieht.

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