Kinderbetreuung

Personalnot in Kinderkrippen: Jetzt sollen die Männer einspringen

In Kinderkrippen herrscht Personalnotstand. (Symbolbild)

In Kinderkrippen herrscht Personalnotstand. (Symbolbild)

Den Kinderkrippen in der Schweiz fehlt es an Personal. Geringer Lohn und Wertschätzung machen den Job unattraktiv. Nun wollen die Verbände mehr Männer anwerben. Der Männeranteil liegt in der Branche zwischen 3 und 8 Prozent.

Branchenverbände und -netzwerke stellen eine zunehmende Personalnot fest. Seit Jahresbeginn häuften sich entsprechende Rückmeldungen, sagt Stefanie Knocks vom Netzwerk Kinderbetreuung gegenüber der „Schweiz am Sonntag“. Ähnlich klingt es beim Verband Kinderbetreuung Schweiz (Kibesuisse).

Um dem Trend entgegenzuwirken, müssen die Arbeitsbedingungen verbessert werden, fordert deshalb Knocks. «Der Lohn ist niedrig, die Wertschätzung auch.» Ein durchschnittliches Gehalt einer Betreuerin liegt zwischen 3900 und 4300 Franken. Dabei sei der Beruf physisch und psychisch sehr anspruchsvoll.

Hinzu kommt, dass das Betreuungsangebot in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen hat. Allein die Stadt Zürich schuf letztes Jahr Hunderte neue Plätze. Die Krippen weichen darum zunehmend auf Grenzgänger und Betreuer aus den Nachbarländern aus. Doch mit dem Ja zur Zuwanderungsinitiative droht diese Personalquelle zu versiegen.

Einspringen sollen deshalb die Männer. Die Branche wirbt seit längerem intensiv um Erzieher. «Kinderbetreuer: Ein prima Männerberuf» war eine der ersten Imagekampagnen. Weitere folgten, doch der Anteil Männer stagniert weiterhin zwischen 3 und 8 Prozent.

Der Branchenverband plant nun zusammen mit Partnern eine weitere Offensive. An Berufsbildungsmessen und an höheren Fachschulen wird für mehr Männer in der frühkindlichen Bildung, Betreuung und Erziehung geworben.

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