Unruhe

Reformierte Kirche: Die Turbulenzen gehen weiter

Sein Rücktritt gibt auch am Montag in Bern zu reden: Gottfried Locher, bis vor wenigen Wochen höchster Reformierter der Schweiz.

Sein Rücktritt gibt auch am Montag in Bern zu reden: Gottfried Locher, bis vor wenigen Wochen höchster Reformierter der Schweiz.

Der Rücktritt von Gottfried Locher wird im Zentrum stehen, wenn sich am Montag das reformierte Kirchenparlament in Bern trifft.  Doch bereits im Vorfeld gibt es Unstimmigkeiten.

Die turbulenten Tage reissen bei den Schweizer Reformierten nicht ab. Am Montag trifft sich das Kirchenparlament zur jährlichen Synode in Bern. Haupttraktandum werden der Rücktritt von Kirchenpräsident Gottfried Locher sein – und die Vorwürfe, die zum Abgang des obersten Reformierten geführt haben. Die Kirchenbasis fordert endlich Klarheit. Denn worum es bei den Grenzverletzungen genau gegangen ist, die Locher vorgeworfen werden, ist bis heute nicht bekannt.

Doch ob es Klarheit geben wird, ist fraglich. Im Vorfeld der Synode rumort es weiter. So hat die Geschäftsprüfungskommission der Kirche offenbar die Vorwürfe an Locher sowie einen damit zusammenhängenden Rücktritt aus dem Kirchenrat bereits in einem Bericht untersucht. Doch dieser wird dem Kirchenparlament im Vorfeld nicht zugänglich gemacht. Sie können ihn erst am Montag, kurz vor der Debatte, lesen. Dies schreibt das Portal ref.ch. Die Kantonalkirchen haben sich deshalb mit einer Protestnote gemeldet. «Es kann nicht sein, dass die Synode auf einen Bericht von dieser Tragweite ad hoc reagieren muss», zitiert ref.ch aus dem Schreiben.

In der Kritik stehen dürfte an der Synode insbesondere die Führungsspitze der Schweizer Reformierten. Sie hatte in den vergangenen Wochen kaum kommuniziert – und dem Präsidenten Locher kaum Paroli geboten. Einen Schritt nach vorne getan hat Esther Gaillard, Lochers bisherige Stellvertreterin. Nachdem sie lange geschwiegen hatte, meldete sie sich diese Woche in der SRF-Sendung Rundschau zu Wort. Sie sagte dort, Locher habe nicht kooperiert und er habe die Publikation weiterer Informationen zu verhindern versucht, unter anderem indem seine Anwältin dem Rat gedroht habe. Gerüchtweise stehen auch Forderungen im Raum, die Rechnung und weitere von Locher geprägte Geschäfte nicht abzusegnen.

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