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Roger Federer überrascht mit Statement zur Klimajugend – das sagen Schweizer Politiker dazu

Tennis-Maestro Roger Federer geriet wegen seines Werbedeals mit der CS ins Fadenkreuz der Klimaaktivisten. Nun reagiert er - und sagt, er sei der Klimajugend dankbar.

Tennis-Maestro Roger Federer geriet wegen seines Werbedeals mit der CS ins Fadenkreuz der Klimaaktivisten. Nun reagiert er - und sagt, er sei der Klimajugend dankbar.

Es ist bemerkenswert: Roger Federer, der sich sonst nie politisch äussert, dankt der Klimajugend. Diese hatte ihn wegen seines Werbe-Deals mit der Credit Suisse angeprangert. Die Aussagen des Tennisstars erhöhen den Druck auf die CS, sagen Politiker.

Bisher vermied er es tunlichst, sich politisch zu äussern. Nun bricht Tennis-Star Roger Federer mit dieser Regel – und zwar wegen der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg und der Klimajugend. Unter dem Hashtag «#RogerWakeUpNow» (Roger, wache jetzt auf) hatten Klimaaktivisten Federers Sponsoring-Deal mit der Bank Credit Suisse angeprangert.

Diese finanziere mit ihren Investitionen in fossile Energie die Klimakrise, kritisieren die Aktivisten.

Federer reagierte. «Ich nehme die Auswirkungen und die Bedrohung durch den Klimawandel sehr ernst», heisst es in einem Statement, das er am Wochenende der Nachrichtenagentur Reuters zukommen liess. Für die Aktivisten findet er lobende Worte: Als Vater von vier Kindern habe er «grossen Respekt und Bewunderung für die Jugendklimabewegung», schrieb er.

Er sei den jungen Klima-Aktivisten «dankbar, dass sie uns alle dazu zwingen, unser Verhalten zu überprüfen und nach innovativen Lösungen zu suchen.» Verklausuliert kündigte Federer an, er werde mit der CS das Gespräch suchen. Konkret schrieb er, er wolle seine privilegierte Position «für den Dialog mit meinen Sponsoren nutzen».

Die Klimaaktivisten freuten sich offensichtlich über die Aussagen des Tennis-Stars. Über den Twitter-Account «Klimastreik Schweiz» bedankten sie sich bei ihm dafür – und appellierten gleichzeitig an ihn, von der CS den sofortigen Ausstieg aus allen Investitionen in fossilen Energien zu fordern.

Auch in der Politik kommt Federers Statement gut an. Grünen-Präsidentin Regula Rytz, sagt: «Es ist positiv, dass Roger Federer die bedrohlichen Folgen des Klimawandels ernst nimmt und das Engagement der Klimajugend anerkennt.» Dass sich einer der weltweit bekanntesten Sportler dazu äussere, erhöhe den Druck auf die CS.

Grünen-Präsidentin sieht vorab CS und Politik in der Pflicht

«Die Hauptverantwortung liegt aber bei der Grossbank selber und bei der Politik», betont Rytz. Die Grünen fordern, dass der Schweizer Finanzplatz nicht mehr in fossile Energien investiert. Sie wollen im Rahmen der Revision des CO2-Gesetzes erste Pflöcke einschlagen und dem Finanzplatz unter anderem eine Lenkungsabgabe vorschreiben.

Dass Handlungsbedarf besteht, findet auch FDP-Ständerat Damian Müller. «Aber wir müssen aufpassen, dass wir nicht überregulieren», sagt er. Die Investitionen müssten zielgerichtet sein – und nicht nur ein grünes Deckmäntelchen haben. Es brauche deshalb zuerst eine Analyse.

Müller betont, die Politik sei bereits aktiv geworden: Der Ständerat hat den Bundesrat beauftragt aufzuzeigen, wie die Schweiz Finanzmittelflüsse klimaverträglich ausrichten kann. Dass Federer sich zum Thema äussere und mit seinem Sponsor CS das Gespräch suchen will, begrüsst FDP-Ständerat Müller aber ebenfalls.

Tennisstar wäre bei Grünen und GLP sehr willkommen

Machen die St. Galler Grünen dem Tennisstar, der in Rapperswil-Jona ein Anwesen baut, nun ein Angebot, Mitglied zu werden? Der St. Galler Kantonalpräsident Thomas Schwager lacht. «Wir nehmen gerne neue Mitglieder auf.» Er findet es erfreulich, dass sich Federer zum Klimawandel geäussert hat:

Auch bei den Grünliberalen von Rapperswil-Jona wäre Federer «herzlich willkommen», wie Präsident Andreas Bisig sagt. Er glaubt, dass Federers Statement den Druck auf die CS erhöht. «Das ist auch nötig, denn es kann nur besser werden.»

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Autor

Maja Briner

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