Das Aargauer Obergericht hat am Donnerstagvormittag in Aarau das Urteil über den Vierfachmörder von Rupperswil gefällt: Thomas N. wird nicht lebenslänglich verwahrt – es bleibt bei einer ordentlichen Verwahrung. Das Gericht hebt zudem die vollzugsbegleitende ambulante Massnahme auf.

«Die Staatsanwaltschaft ist mit diesem Urteil zufrieden», sagte Staatsanwältin Barbara Loppacher in einem ersten Statement vor den Medien nach Prozessende am Donnerstagmittag. 

Bereits beim Prozess im März 2018 vor dem Bezirksgericht Lenzburg forderte die Staatsanwältin eine Lebenslange Verwahrung für den vierfachen Mörder:

«Es gibt kein Therapiebedürfnis»: Deshalb will die Staatsanwältin Thomas N. lebenslänglich verwahren

«Es gibt kein Therapiebedürfnis»: Deshalb will die Staatsanwältin Thomas N. lebenslänglich verwahren

14. März 2018: Am Mittag des zweiten Prozesstages im Vierfachmord von Rupperswil trat Staatsanwältin Barbara Loppacher vor die Medien. Sie erläuterte die Haltung der Staatsanwaltschaft, seine psychischen Störungen hätten keinen Zusammenhang mit der Tat.

Ob sie enttäuscht sei, dass es auch laut Obergericht bei der ordentlichen Verwahrung bleibt, wurde sie von einem Reporter gefragt. «Das Bezirksgericht Lenzburg hat ein gutes Urteil gefällt», sagte Loppacher darauf abermals. «Die Staatsanwalt wäre mit dem vorinstanzlichen Urteil zufrieden gewesen.»

Die Bilder vom Rupperswil-Prozess vor dem Aargauer Obergericht:

Hätte der Beschuldigte keine Berufung gemacht, hätte laut Loppacher auch die Staatsanwaltschaft keine Anschlussberufung gemacht. «Jetzt haben wir die Gelegenheit genutzt und unsere Thesen noch einmal vorgebracht. Das Obergericht ist dieser Argumentation nicht gefolgt, hat die ordentliche Verwahrung aber ausgesprochen und daher ist das ein gutes Urteil.» Einen Weiterzug ans Bundesgericht würde die Staatsanwaltschaft prüfen, sobald die Begründung vorliege. 

Kurz vor Weihnachten, am 21. Dezember 2015, brachte Thomas N. in Rupperswil vier Menschen um. «Seit dann habe ich Weihnachten immer mit diesem Fall im Hinterkopf verbracht, ich bin froh, jetzt vorderhand mit dem Fall abschliessen zu können», sagte Barbara Loppacher. «Das werden die ersten Weihnachten sein, die ich mit Familie und Freunden geniessen kann.» (smo)