Apotheker
Schagen die Apotheker mit einer Gegeninitiative zurück?

«Pillenkrieg» zwischen Aargauer Ärzten und Apothekern tritt in eine neue Phase. Im Aargauischen Apothekerverband denkt man als Antwort auf die Ärzteinitiative über eine eigene Initiative nach. Der Entscheid fällt nach den Sommerferien.

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Mathias Küng

Im Februar haben die Aargauer Ärzte in einer Urabstimmung beschlossen, mit einer Volksinitiative gegen das Selbstdispensationsverbot (vgl. Kästchen) vorzugehen. Darob sind die Apotheker höchst alarmiert. Sie fürchten Ertragsausfälle und existenzbedrohende Wirkungen für Apotheken im ländlichen Raum, falls das Verbot fällt.

Entscheid nach den Sommerferien

Die Apotheken verstehen sich als wichtiger Teil einer kostengünstigen medizinischen Grundversorgungskette. Ihre Funktion in dieser Kette sehen sie durch die Ärzteinitiative bedroht. Deshalb denkt man im Vorstand des Aargauischen Apothekerverbandes laut Präsident Fabian Vaucher über eine mögliche eigene Initiative nach. Der genaue Inhalt steht noch nicht fest, wie Vaucher vor den Medien in Buchs erklärte. Darin könnte die Verankerung des Selbstdispensationsverbots in der Verfassung gefordert werden – das Gegenteil der Ärzteinitiative. Laut Vaucher will man nach den Sommerferien entscheidungsreif sein.

Ziel: Volksabstimmung 2012

Der Entscheid eilt, weil die Apotheker darauf setzen, dass die beiden Initiativen 2011 zusammen in die Regierung und danach in den Grossen Rat kämen. Schliesslich, so das Kalkül der Apotheker, könnten dann auch beide Initiativen – und ein allfälliger Gegenvorschlag des Parlaments – 2012 zusammen dem Volk vorgelegt werden.

Ärzte konstituieren ihr Komitee

Die Ärzte sind schon viel weiter. Der Aargauische Ärzteverband hat soeben an seiner Hauptversammlung von den Mitgliedern zu erbringende zusätzliche Mittel – verteilt über drei Jahre – zur Vorfinanzierung der Abstimmungskampagne beschlossen. Nach Auskunft von Verbandspräsident Hans-Ulrich Iselin laufen jetzt die Abklärungen zur Einberufung des Abstimmungskomitees. Der Initiativtext selbst steht schon. Im Herbst oder spätestens im ersten Quartal 2011 soll die Unterschriftensammlung starten.

Es gehe den Ärzten mit der Initiative nicht einfach ums Geschäft, betont Hans-Ulrich Iselin. Dies sei gewiss eine, aber nicht die ganze Fragestellung. Viele Ärzte seien über immer mehr Einengungen zunehmend frustriert. Mit der Initiative wolle man auch Gegensteuer geben.

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