Vereinte Nationen

Schulen sind zunehmend Ziel von Angriffen in Konfliktgebieten

Schulmädchen in Indien (Symbolbild)

Schulmädchen in Indien (Symbolbild)

Schulen geraten in Konfliktgebieten immer häufiger gezielt unter Feuer. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie des UNO-Bildungswerks UNESCO, die in New York vorgestellt wurde.

In Afghanistan stieg die Zahl der Angriffe auf Schulgebäude, Kinder und Erzieher in nur einem Jahr auf das Dreifache - von 242 auf 670 (2008). In Pakistan fielen 356 Schulen in einer Region im Norden den Kämpfen zwischen der Armee und den Taliban zum Opfer, in Indien sprengten Maoisten von 2006 bis 2009 fast 300 Schulen in die Luft.

Die Sonderbeauftragte von UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon für Kinder in bewaffneten Konflikten, Radhika Coomaraswamy, präsentierte die Untersuchung. Rebellen überfielen Schulen, um Kinder zwangsweise zu Kämpfern zu machen, sagte sie.

Aus Angst davor liessen Eltern den Nachwuchs häufig nicht zur Schule gehen - beispielsweise in Indien, dem Irak, Burundi, Tschad, Somalia, Sudan, Sri Lanka und Venezuela.

Im Irak kamen von zwischen 2007 und 2009 laut UNESCO 71 Dozenten und 37 Schüler ums Leben. In Kolumbien wurden von 2006 bis 2008 etwa 90 Lehrer ermordet.

In einigen Krisenregionen gehöre die sexuelle Gewalt gegen Mädchen und ihre Lehrerinnen zur Kampftaktik, sagte die Sonderbeuaftragte. Vergewaltigungen auf dem Heimweg von der Schule seien vor allem im Kongo gefürchtet, aber auch in Haiti, Indonesien, dem Irak, Birma und den Philippinen üblich.

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