Bürgerversammlung
«Schwarz» wäre ihm lieber gewesen

Die Bürgerversammlung der Stadt Solothurn begrüsste ihren neu gewählten Präsidenten Sergio Wyniger und verabschiedete seinen Vorgänger Christoph Oetterli mit Applaus. Im Haupttraktandum wurde die defizitäre Rechnung 2008 verabschiedet.

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Christoph Oetterli

Christoph Oetterli

Solothurner Zeitung

Mark A. Herzig

Zum Auftakt seiner 43. und letzten von ihm geleiteten Bürgerversammlung meinte Bürgerammann Christoph Oetterli, er hätte - nachdem er seinerzeit mit einer tiefroten Rechnung habe beginnen müssen - lieber mit schwarzen Zahlen aufgehört. Im Gesamtrückblick dürfe aber von einer erheblichen Verbesserung gesprochen werden.

Mit einem blauen Auge

Zwar weist die Rechnung 2008 der Bürgergemeinde ein Defizit aus, doch sind die Zahlen bedeutend weniger rot: Nur 81 000 Franken Aufwandüberschuss sinds anstelle der budgetierten 566 000 Franken. Finanzverwalter Claude Tschanz erläuterte, wie mit Ausnahme des Altersheims alle Bereiche zu dieser Verbesserung gegenüber dem Voranschlag beigetragen haben.

Heimleiter Peter Aegerter ergänzte, dass sich die Schere zwischen Anspruch/Qualität und den vom Kanton festgelegten Taxen immer weiter öffne und dass man die steigenden Sachaufwände genau beobachte und Gegensteuer gebe. Forstbetriebsleiter Ruedi Iseli bestätigte den guten Ertrag unter anderem mit dem Hinweis auf bessere Holzpreise.

Er warnte aber vor einem Preiszerfall, der sich abzeichne; man wolle aber nicht durch massiv erhöhte Produktion zu höheren Erlösen kommen - diese Politik habe sich schon nach dem Orkan Lothar bewährt. Wie der Rechnung 2008 stimmte die Bürgerversammlung sodann zwei Landtauschgeschäften mit Aufgeld zu, die im Zusammenhang mit der Entlastung West zur optimalen Linienführung notwendig geworden waren.

Dank an den scheidenden Präsidenten

Fritz Zimmermann, Vize-Bürgergemeindepräsident seit 2001, dankte Christoph Oetterli für sein unablässiges Engagement für die Bürgergemeinde in den vergangenen 20 Jahren, 18 davon als Präsident. Sein Einsatz habe nicht nur im Büro, im Bürgerrat, den Kommissionen und der Versammlung stattgefunden, sondern auch an Ort und Stelle, sei es «auf dem Berg», sei es in den beiden Häusern des Altersheims oder in den Reben.

Der scheidende Bürgerammann seinerseits bedankte sich bei allen Akteuren, von Bürgern über die Räte bis in die Kommissionen. Ohne den dort eingebrachten Sachverstand und die geleistete Arbeit wäre eine solche Bürgergemeinde nicht zu führen. In seinen Dank schloss er auch seine Familie ein, die ihn jederzeit gestützt und vieles mitgetragen habe.

«Rückstau» bei den Einbürgerungen

Die anwesenden 56 stimmberechtigten Bürgerinnen und Bürger sicherten 25 Bewerbungen mit insgesamt 50 Personen das Bürgerrecht der Stadt Solothurn zu. Die grosse Anzahl sei durch einen «Rückstau» aus personellen Gründen beim Kanton entstanden, erläuterte Sergio Wyniger.

Das Bürgerrecht erhielten zugesichert:

Zaklina Andjelic; Nenad Andjelic; Ferat Çamkiran mit der Ehefrau Elif und der Tochter Selin; Abip Drbac mit der Ehefrau Turkan und den Kindern Ennes und Jashar; Hakan Drbac, Maria José Ferreira Fernandes; Ali Figenergül mit der Ehefrau Servet und den Kindern Gonca, Helin sowie Gökten Can; Samira Hussein; Niko Ivancevic mit der Ehefrau Manda und den Kindern Ivana sowie Josip; Askin Kargi mit der Ehefrau Nevin und den Kindern Ebru sowie Seda; Devan Mahadevan; Ranka Maurer; Ljuljzim Ramadani mit der Ehefrau Armnese und den Kindern Lindit und Donik; Skeljizim Ramadani; Elham Sabi; Kaan Sahin; Kübra Sahin; Vedad Saiti; Semra Selimbasoglu mit dem Ehemann Sedat und dem Sohn Tolga; Dusica Simic mit Ehemann Tomislav und den Kindern Jana sowie Milica; Dilek Süslü; Resul Tasdemir mit der Ehefrau Songül und den Kindern Kemal, Talha sowie Betül.

Das Gesuch eines Bewerbers, das der Bürgerrat zur Ablehnung empfohlen hatte, war kurz vor der Versammlung zurückgezogen worden.

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