Umweltschutz
Schweizer Wälder leiden unter den Hitzesommern - Forscher sind besorgt

Der Dürresommer des letzten Jahres fordert seinen Tribut: In vielen Regionen sind die Buchen krank oder gar abgestorben. Fachleute sprechen von einer Extremsituation für die Region Basel.

Jocelyn Daloz
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Waldschäden Exkursion zur Begutachtung der trockenheitsbedingten Waldschäden im Pratteler Wald mit Kantonsförster Ueli Meier
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Waldschäden Exkursion zur Begutachtung der trockenheitsbedingten Waldschäden im Pratteler Wald mit Kantonsförster Ueli Meier
Waldschäden Region Basel
Waldschäden
Waldschäden
Waldschäden Im Norden Chinas heisst der Götterbaum ch’un-shu, Frühlingsbaum. Er ist ein Zeichen, dass der Winter zu Ende geht.
Waldschäden Herr der Wälder: Ueli Meier.
Waldschäden Betreten auf eigene Gefahr. Nicht nur in der Hard sind Waldteile gesperrt, auch hier in Pratteln drohen Äste herunterzufallen.
Waldschäden
Waldschäden Exkursion zur Begutachtung der trockenheitsbedingten Waldschäden im Pratteler Wald mit Kantonsförster Ueli Meier
 Exkursion zur Begutachtung der trockenheitsbedingten Waldschäden im Pratteler Wald mit Kantonsförster Ueli Meier

Waldschäden Exkursion zur Begutachtung der trockenheitsbedingten Waldschäden im Pratteler Wald mit Kantonsförster Ueli Meier

Roland Schmid

Immer deutlicher zeigt sich, wie stark der Laubbaum unter der Trockenheit von 2018 gelitten hat.

Laut Fortwissenschaftern sind nicht nur Einzelbäume tot, sondern ganze Buchenbestände, wie die NZZ am Sonntag schreibt.

Die eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft hat tausend untersuchten Buchen, die 2018 ihre Blätter wegen der Hitze frühzeitig verloren hatten, untersucht.

Von diesen weisen nun etwa ein Sechstel sichtbare Schädigungen auf, laut Waldforscher Andreas Rigling.

Waldschäden Region Basel

Waldschäden Region Basel

Roland Schmid

Einige seien bereits vollständig abgestorben. Endgültige Zahlen über den Zustand des Waldes werden noch diesen Monat vorgestellt. Schäden sind etwa auf Bergkuppen, an Waldrändern und in Gegenden zu erwarten, wo die Böden nur wenig Wasser speichern.

Nordwestschweiz stark betroffen

Neben Schaffhausen, Chur und dem Zürcher Weinland würden vor allem der Aargau, Solothurn und Basel stark gefährdet sein. Im Basler Hardwald sieht es bereits aus wie im Spätherbst: Das Laub ist rot, die Wipfel kahl.

Äste brechen ab, überall liegt morsches Holz. Fachleute sprechen von einer Extremsituation in der Region Basel. 2000 grosse Bäume müssen gefällt werden, ein Fünftel des Waldbestands.

Lesen Sie auch aus der bz:

Der Wald leidet – die Spuren vom Sommer 2018 sind nun voll sichtbar

Dass sich Wälder nach dem Hitzesommer 2018 früher als üblich verfärben, ist noch kein Alarmzeichen. Bäume können mit extremer Trockenheit unerwartet gut umgehen, haben Forschende der Universität Basel heraus gefunden. (Bild: Universität Basel)

Dass sich Wälder nach dem Hitzesommer 2018 früher als üblich verfärben, ist noch kein Alarmzeichen. Bäume können mit extremer Trockenheit unerwartet gut umgehen, haben Forschende der Universität Basel heraus gefunden. (Bild: Universität Basel)

SDA

Nicht nur Buchen: Sogar Weisstanne schwächelt

Andere einheimische Baumarten sind nun betroffen: Ulme, Esche, Erle, Ahorn und sogar die Weisstanne, von der man dachte, sie könne dank ihres Wurzelsystems mit Trockenheit besser umgehen.

Noch scheuen sich Wissenschaftler, von einem «Waldsterben» zu sprechen. Doch es ist unbestritten, dass der Klimawandel und eingeschleppte Krankheiten dem Wald stark zusetzen und sie zeigen sich besorgt. Walforscher Rigling sagte der NZZ am Sonntag:

«Etwas in diesem Ausmass habe ich noch nicht erlebt.»

(Quelle: )

Der Artikel der NZZ am Sonntag: Der Schweizer Wald ist krank

Sturm Burglind: Ein Zeichen des Klimawandels?

Im Winter 2018 wurden die Wälder der Nordwestschweiz durch den Wintersturm Burglind stark beschädigt. Obschon einige Forscher davor warnen, den Sturm als eine Erscheinung der Klimaerwärmung zu betrachten, wird bei der Aufforstung gesorgt, dass der Wald zukünftige Trockenzeiten besser überlebt.

Unseren Artikel dazu: «Kestenholz» soll «klimafitter» werden

Das Gebiet Stelli in Kestenholz im April 2019. Vor «Burglind» stand hier dichter Wald.
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Der Kanton informiert an einer Pressekonferenz zu «Ein Jahr nach Burglind und mitten im Klimawandel»
Revierförster Reto Müller erklärt das Ausmass der Schäden.
Im Forstrevier Oberes Gäu erstreckt sich die Schadenfläche über mehr als 90 Hektaren.
Volkswirtschaftsdirektorin Brigit Wyss informiert über das Engagement des Kantons bei der Wiederherstellung verwüsteten Flächen
Der Sturm riss hier das viereinhalbfache der Holzmenge zu Boden, die sonst in einem Jahr geschlagen wird.
Pressekonferenz zu «Ein Jahr nach Burglind und mitten im Klimawandel» in Kestenholz
Der Kanton unterstützt zahlreiche Projekte. Eine grosse Fläche wird aufgeforstet.
Regierungsrätin Brigit Wyss setzt eine junge Eiche.
Dann gibts noch zwei Stöcke auf der Seite....
... und ein Zaun zum Schutz herum.
Bei der Wiederaufforstung hofft man die betroffenen Waldgebiete widerstandsfähiger gegen den Klimawandel machen zu können.
Viktor Meier, Präsident der Bürgergemeinde Kestenholz
Die Gesamtkosten für die Wiederaufforstungsprojekte belaufen sich auf rund 2,7 Millionen, die für die Waldwege auf 560'000 Franken.
Peter Brotschi, Präsident Bürgergemeinden und Waldeigentümer-Verband des Kantons

Das Gebiet Stelli in Kestenholz im April 2019. Vor «Burglind» stand hier dichter Wald.

Bruno Kissling

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