St.Galler Regierung
«Sind der Meinung, dass der Bundesrat wieder die ausserordentliche Lage über die Schweiz verhängen muss»

Die St.Galler Regierung hat die Coronaregeln verschärft. Noch lässt sie offen, ob die Skigebiete über Weihnachten öffnen dürfen. Zudem gibt es für Betriebe eine Homeoffice-Anordnung.

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Die St.Galler Regierung informierte am Mittwoch über weitere Coronamassnahmen.

Die St.Galler Regierung informierte am Mittwoch über weitere Coronamassnahmen.

Keystone

(pd/dar/agl) Die Lage in den St.Galler Spitälern sei angespannt und das Personal stark gefordert, sagte Regierungspräsident Bruno Damann am Mittwoch an einer Medienkonferenz. Deshalb habe die Regierung weitere Massnahmen beschlossen. Unter anderem soll die maximale Personenzahl für private und öffentliche Veranstaltungen auf 10 Personen reduziert und die Sperrstunde für Gastronomie- und Freizeitbetriebe von 22 bis 6 Uhr ausgeweitet werden.

Diese Einschränkungen werden am kommenden Sonntag in Kraft gesetzt, sofern der Bundesrat die am Dienstagabend in Aussicht gestellten bundesweiten Massnahmen wider Erwarten nicht anordnen sollte. Laut Damann sollte der Bund aber sogar noch weiter gehen: «Die Regierung ist der Meinung, dass der Bund aufgrund seiner Lagebeurteilung die ausserordentliche Lage ausrufen müsste.»

Enge Kontaktpersonen müssen in Quarantäne

Wegen der angespannten Lage in den Spitälern ist auch noch unklar, ob im Kanton über Weihnachten Ski gefahren werden kann. Schwere Unfälle im Wintersport würden zu einer Zusatzbelastung führen, die gegenwärtig nicht tragbar sei, schreibt die Staatskanzlei in einer Mitteilung. Die Skigebiete können demnach vorerst nur bis zum 22. Dezember öffnen, wenn ein Schutzkonzept bewilligt worden ist. «Für die Zeit nach dem 22. Dezember erachtet die Regierung die Voraussetzungen für eine Bewilligung als nicht erfüllt», heisst es weiter. Eine Bewilligung könne dann in Aussicht gestellt werden, wenn der Reproduktionsfaktor unter 1 zu liegen komme.

Weiter beschliesst der Kanton St.Gallen, die Quarantäneregeln wieder zu verschärfen. «Neu müssen alle engen Kontaktpersonen von positiv getesteten Personen in Quarantäne», so die Staatskanzlei. Personen, die im gleichen Haushalt mit einer infizierten Person leben, werden vom Contact-Tracing-Team informiert. Andere enge Kontaktpersonen müssen von der infizierten Person informiert werden.

Weiter setzt die Regierung auf Homeoffice. Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass die Mitarbeitenden ihre Verpflichtungen so weit wie möglich von zu Hause aus erfüllen. Diese Anordnung ist bis Mitte Januar 2021 befristet.