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So tricksen Sie die SBB aus

Die Konsumenten können bei den Tickets einiges sparen.

Die Konsumenten können bei den Tickets einiges sparen.

Ab dem 12. Dezember kostet das Bahnfahren durchschnittlich 5,9 Prozent mehr. Clevere sichern sich rechtzeitig die beliebte Tageskarte. Aber auch beim GA und anderen Abos gibt es Sparpotenzial.

Die Nachfrage nach öffentlichen Transportdienstleistungen steigt ständig, denn alle wollen mobil sein. Der Kapazitätsausbau beim Netz und beim Rollmaterial ist ein entscheidender Grund für die neue Tarifrunde unter der Federführung des Verbandes öffentlicher Verkehr (VöV) und der SBB. Ab dem Fahrplanwechsel vom 12. Dezember kostet die Reise mit öffentlichen Verkehrsmitteln durchschnittlich 5,9 Prozent mehr.

Moderat ist der Anstieg bei Einzelbilletten mit einem Plus von durchschnittlich 2,4Prozent. Teurer wird das Reisen auch in den zahlreichen Tarifverbunden, welche dank Zonenbilletten die freie Fahrt in allen öffentlichen Transportmitteln gewähren. Im Einzugsgebiet der az passen die A-Welle, der Tarifverbund Nordwestschweiz (TNV) , der Libero-Tarifverbund und der Zürcher Verkehrsverbund (ZVV) ihre Preise in Anlehnung an die nationalen Vorgaben an.

GA-Kunden bezahlen mehr

Wie schon vor drei Jahren werden die GA-Kunden überdurchschnittlich zur Kasse gebeten. Das Generalabonnement (GA) für Erwachsene – für Vielreisende mit rund neun Franken pro Reisetag das wohl attraktivste Angebot – kostet in der 2. Klasse neu 3300 statt 3100 Franken. Je nach Produkt beträgt der Anstieg zwischen 6,2 und 9,5 Prozent. Das ist Grund genug, das um den 12. Dezember herum ablaufende Abo noch vor dem Stichtag zu den alten Konditionen zu erneuern (siehe unten rechts). Immerhin sind Menschen mit einer Behinderung nicht von der Tariferhöhung betroffen. Unverändert bleiben auch drei familienfreundliche GA-Produkte.

Teurer wird auch die Tageskarte, welche freie Fahrt in Zügen, Bussen, städtischen Verkehrsmitteln, Schiffen und anderen öffentlichen Verkehrsmitteln gewährt. Die Fahrkarte in Verbindung mit dem Halbtax-Abonnement kostet in der 2. Klasse neu 68 statt 64 Franken und verteuert sich somit um 6,3 Prozent.

Tageskarte hat Sparpotenzial

Am meisten sparen kann der Tagestourist mit der beliebten Multi-Tageskarte. Sechs Ausflüge gibt es zum Preis von fünf, was einem Rabatt von 17 Prozent entspricht. 340 Franken statt 320 Franken sind neu dafür zu bezahlen. Der schlaue Ausflügler reist so auch nach dem 12. Dezember für 53.30 Franken pro Tag durch das Land, wenn er sich rechtzeitig mit einem adäquaten Vorrat eindeckt. Der entscheidende Vorteil: Die am Billettautomaten zu entwertende Multi-Tageskarte ist ab dem Kaufdatum drei Jahre gültig.

Beeilen sollten sich die Spätaufsteher unter den Schnäppchenjägern. Die preislich um rund acht Franken preiswertere, bei der letzten Tarifrunde vor drei Jahren lancierte 9-Uhr-Tageskarte verliert ab dem 12.Dezember viel von ihrer Attraktivität. Die zum teureren Tarif erworbene Tageskarte wird neu am Wochenende nicht mehr gültig sein. Reisen kann man damit also nur noch von Montag bis Freitag ab neun Uhr.

Gefragter denn je

Auch das Einjahres-Halbtax-Abo schlägt auf, erstmals seit 1993. 165statt 150 Franken will die Bahn dafür von ihren Kunden haben. Auch die Zwei- und Dreijahresabos werden teurer, letzteres kostet neu 400 statt 350 Franken. Der Renner unter den Fahrausweisen schlechthin ist die Tageskarte Gemeinde. Sie ist quasi ein «Konkurrenzprodukt» zur «normalen» Tageskarte. Trotz happigem Preisaufschlag von 15,5 Prozent (von den Transportdienstleistern unter anderem als korrigierende Massnahme zur Verhinderung von angeblichen Missbräuchen kommuniziert) stellt sie nach wie vor das günstigste Angebot für Tagesreisen dar. Einen Haken hat das Angebot allerdings: Wer zum attraktiven Tagespreis von rund 30 bis 45 Franken kurzfristig verreisen will, guckt meistens in die Röhre. Nicht selten sind die begehrten, bei vielen Wohngemeinden in beschränkter Zahl erhältlichen Tageskarten bereits einige Wochen im Voraus ausverkauft.

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