Der Film bricht Rekorde. Dabei läuft er noch gar nicht in den Kinos. Am Donnerstag wird der Superheldenfilm «Avengers: Endgame» weltweit anlaufen. Ein garantierter Hit. Der Vorverkauf läuft laut Disney so gut, dass vielerorts das Chaos ausgebrochen ist. Wegen des Ansturms kam es bei Apps und Kinoseiten zu Systemabstürzen. Nicht nur in den USA, auch in der Schweiz. Einige Fans mussten sich stundenlang gedulden, um Karten bestellen zu können.

Cast und Crew des neusten Avengers-Film.

Cast und Crew des neusten Avengers-Film.

Der Bösewicht aus dem Scanner

Das kommt nicht überraschend. «Avengers: Endgame» ist der Höhepunkt eines einmaligen Projekts der Filmgeschichte. Das epische Finale eines Abenteuers, das 2008 begann und mittlerweile 21 Filme umfasst. Alle Erlebnisse, alle Schlachten der zahlreichen Marvel-Helden zielen auf diesen einen Film ab. Der erste Teil des Finals («Avengers: Infinity War») knackte im vergangenen Jahr die magische Marke von zwei Milliarden Dollar an den Kinokassen. Das gelang davor nur drei anderen Filmen: «Titanic», «Avatar» und «Star Wars».

Dabei sind es nicht die Superhelden wie Iron Man, Captain America oder Spider-Man, die im Zentrum der Geschichte stehen, sondern ein Bösewicht. Thanos, ein allmächtiger Titan, ist der eigentliche Star der Filme. Er ist violett, zweieinhalb Meter gross – und kommt aus Zürich.

Es waren Forscher der ETH Zürich und der Disney Research Studios, die Thanos zum Leben erweckt haben. Sie sorgen nun, wie schon im ersten Teil der Saga, für die Emotionen im Gesicht des Schurken.

Möglich macht das der in der Schweiz entwickelte Scanner Medusa. Das System kann Gesichter in Bewegung aufzeichnen und dient dazu, animierte Figuren mit lebensechter Mimik auszustatten. Dabei benötigt Medusa anders als frühere Systeme keine Orientierungspunkte im Gesicht wie Marker oder Make-up. Thanos wird vom Schauspieler Josh Brolin verkörpert, dessen Emotionen dank Medusa 1:1 auf den violetten Riesen übertragen werden. Im Februar erhielten die Zürcher Forscher gar den Technik-Oscar für ihr einzigartiges System.

An vielen Hits beteiligt

Auf Anfrage hält sich Disney Research bedeckt, die Forscher reden grundsätzlich nicht über einen Film, bevor er erschienen ist. In den vergangenen Jahren haben die Entwickler aus Zürich aber an vielen Blockbustern mitgewirkt. Darunter in «Star Wars», «Frozen» oder «Pirates of the Caribbean» – und natürlich im ersten Teil des Avengers-Finals. Ab Donnerstag lässt sich ihr neustes Werk begutachten: ein Zürcher Schurke, der in die Filmgeschichte eingehen wird.